Finanzpolitiker zweifeln Nutzen des Bauwerks an : Neue Stadionbrücke infrage gestellt

Die Stadionbrücke ist marode und muss saniert werden. Ohne die Überführung ergeben sich aber für die Anwohner auf der Krösnitz und in Ostorf Umwege. Am Ende muss die Stadtvertretung entscheiden, ob sich die Stadt einen  Brücken-Neubau leistet.  Foto: Klawitter
Die Stadionbrücke ist marode und muss saniert werden. Ohne die Überführung ergeben sich aber für die Anwohner auf der Krösnitz und in Ostorf Umwege. Am Ende muss die Stadtvertretung entscheiden, ob sich die Stadt einen Brücken-Neubau leistet. Foto: Klawitter

Sanierung oder Abriss der Stadionbrücke - und lohnt sich überhaupt ein Neubau? Braucht Schwerin das Bauwerk über die Ludwigsluster Chaussee eigentlich? Die Schweriner Finanzpolitiker stellen das in Frage.

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03. Mai 2012, 09:55 Uhr

Ostorf | Sanierung oder Abriss der Stadionbrücke - und lohnt sich überhaupt ein Neubau? Braucht Schwerin das Bauwerk über die Ludwigsluster Chaussee eigentlich? Die Schweriner Finanzpolitiker stellen das in Frage. "Wir haben kein Geld", sagt Rolf Steinmüller von den Unabhängigen Bürgern. 4,5 Millionen für einen Neubau seien für die Schweriner Stadtkasse zu viel - die finanziellen Hilfen vom Land bislang nur eine unzureichend belastbare "Fördermittel-Kulisse". Außerdem stünden auch die Rettung des Theaters, die marode Stadtbibliothek, ein Neubau des Goethe-Gymnasiums und einiges mehr an. "Wir schmeißen mit Geld um uns", sagt er. Mehrere Schweriner Finanzpolitiker teilen Steinmüllers Meinung mehr oder weniger. "Mir fehlt die Alternative, aber finanziell sehe ich keine Notwendigkeit, diese hohe Summe zu investieren", sagt auch Frank Haacker im Finanzausschuss. Eine Überlegung der Politiker: 500 000 Euro für den Abriss der Stadionbrücke könne sich die Stadt mit Blick in die leere Kasse realistisch betrachtet gerade noch leisten.

Zwei Jahre hält die Brücke der derzeitigen Belastung noch Stand, wenn die Stadt fortan kein Geld mehr in das Bauwerk steckt. Das geht aus dem Prüfbericht der IBD Ingenieurgesellschaft mbH aus Raben Steinfeld hervor. Die Feuchtigkeit nage nicht nur am Stahl in der Konstruktion, auch die Betonfestigkeit habe abgenommen. "Die Risse in der Längsseite sind stark ausgeprägt. Weiterhin sind stark ausgeprägte Schrägrisse festgestellt worden", wie es in dem Bericht heißt. Die vorhandene Betondecke von bis zu drei Zentimeter Dicke sei nach heutigen Standards nicht mehr ausreichend. Auch die Brückenlager haben ihre Lebensdauer von 25 Jahren überschritten. Im Fazit kostet auch eine reine Sanierung der Brücke zwei Millionen Euro. Fakt ist: Der Zustand des Bauwerkes ist so "kritisch", dass es ab sofort im dreimonatigen Abstand überprüft werden muss.

Sollte die Stadionbrücke nicht erneuert werden, "wird es auf der Krößnitz vielleicht auch mal ruhiger", sagt Steinmüller. Allerdings müssen Autofahrer dann über Umwege rollen. Unterdessen werden auch wieder bereits zu den Akten gelegte Lösungsvorschläge diskutiert wie Kreisverkehre und mehrere Ampeln. Beide Lösungen würden umliegenden Anwohnern wiederum durch anfahrende Autos mehr Motorenlärm bescheren. Und was ist eigentlich mit Fußgängern und Radfahrern, die mit der Straßenbahn fahren und die Ludwigsluster Chaussee überqueren wollen? "Für die wäre eine Fußgängerbrücke eine Lösung", meint Steinmüller.

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