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Schweriner diskutieren : Neue Schwimmhalle – viel Kritik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Leser sind verärgert über bevorstehende Schließung des Lankower Bades und fordern Erhalt der Einrichtung

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Die mit der bevorstehenden Eröffnung der neuen Schwimmhalle auf dem Dreesch einher gehende Schließung der alten Halle in Lankow beschäftigt viele SVZ-Leser. Einige haben sich jetzt erneut zu Wort gemeldet, um ihrer Kritik Gehör zu verschaffen.

Dazu gehört Günther Mohns. Er fragt: „Gibt es hier einen Grund zum Feiern? Wie die SVZ berichtet, wird am 29. Januar die Eröffnung der Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch gefeiert. Was gibt es da zu feiern, fragen sich insbesondere die Bürger des Stadtteiles Lankow. Rückblickend muss erwähnt werden, dass nicht nur Frau Gramkow bei ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin, sondern auch Parteien wie SPD, Linke und CDU bei der damaligen Kommunalwahl ihre Versprechen gegenüber den Wählern zum Erhalt der Schwimmhalle in Lankow abgegeben haben und die SPD dieses sogar in ihr Wahlprogramm schrieb. Die Grundsatzentscheidung für den Abriss der Halle in Lankow und Neubau auf dem Dreesch, über die am 25. Oktober 2010 im Stadtparlament abgestimmt wurde, stand somit in Widerspruch zu den Versprechen der Politiker. So etwas nennt man Betrug am Wähler. Eingetreten ist nun das, was der damalige Fraktionschef der Linkspartei, Herr Böttger (Wahlkreis Dreesch), auf gleicher Veranstaltung im Stadtparlament verkündete: ,Man muss sich darüber im Klaren sein, dass mit dem Abriss der Halle in Lankow die Lebensqualität in Lankow sinkt. Man sollte dies aber in Kauf nehmen, um besser an die Fördermittel des Bundes zu gelangen.‘ Nicht nur der Stadtteil Lankow büßt Lebensqualität ein. Der Ortsbeirat Lankow ermittelte dafür einen Personenkreis von rund 60 000 Bürgern. Zum Neubau auf dem Dreesch wäre festzustellen: Mit modernen Schwimm- und Spaßbädern wie zum Beispiel dem Wonnemar in Wismar hat dieser einfache Ersatzbau nichts zu tun. Schon gar nichts mit einem Anziehungspunkt für den Tourismus. Die Familien, die sich früher in der Lankower Schwimmhalle wohl fühlten, können sich nun bei Mehraufwendungen bis zu über 100 Prozent, zusätzlicher Anfahr- und Parkgebühren, nicht einmal mehr mit ihren Kleinkindern ins neue Schwimmbad wagen, weil es dort auch kein Kinderschwimmbecken für Nichtschwimmer und Behinderte mehr gibt. Ebenfalls keinen Saunabereich mit angeschlossenen Ruheräumen. Der Warmbadetag ist gestrichen. Dies alles unter eingeengten Verhältnissen auf vier statt fünf Bahnen für die Öffentlichkeit. Der Gipfel ist, zur Eröffnung dieses ,Badetümpels‘ auch noch eine Protz-Party anzukündigen und diesen Betrug am Wähler auch noch abzusegnen. Wäre es nicht besser, sich bei der Bürgerschaft für das Versagen der Stadtpolitiker zu entschuldigen?“, fragt Günther Mohns.

Auch Karin Rojahn ist verärgert. Sie schreibt: „Ich bin in einer Reha-Sportgruppe in der Schwimmhalle Lankow. Das Becken, in dem wir jetzt unsere sportlichen Übungen machen, ist 0,90 bis 1,20 Meter tief. Das Becken in der neuen Schwimmhalle soll 1,35 Meter tief sein. Aber in meiner Gruppe sind zwei recht kleine Patientinnen. Wenn diese kleinen Leute dort sportliche Übungen mitmachen sollen, steht ihnen das Wasser über dem Kopf. Was bringt es uns also? Beendigung der sportlichen Ertüchtigung? Da man jetzt schon erkennt, dass die neue Halle für alle ganz schön eng wird, könnte die alte Halle doch für den Reha- und Seniorensport weiter genutzt werden, ebenso für Kinder. Es warten noch viele Patienten, die eine Verordnung für den Reha-Sport haben, aber aus Kapazitätsgründen nicht aufgenommen werden können. Wo bleibt die Erfüllung des Gesundheitswunsches? So könnte doch für alle Schweriner mehr Platz geschaffen werden. Man sollte zumindest vorerst noch die alte Halle mit benutzen. Zum Abreißen ist dann doch immer noch Zeit. Vielleicht ist ja doch noch was zu retten und die wartenden Patienten könnten auch zum Einsatz kommen“, so Karin Rojahn

Cordula Kiencke schreibt: „Schwerin ist die Stadt der sieben Seen, aber schwimmen kann man nur im Sommer, denn im Winter ist die eine Schwimmhalle entweder für die Öffentlichkeit nicht geöffnet oder überbelegt. Dieses war ganz deutlich zu spüren, als die Dreesch-Schwimmhalle geschlossen wurde und sich alles in der Lankower Halle konzentrierte. Durch die Überbelegung war das Wasser gleich mit Keimen belastet. So wie es sich anhört, ist die Kapazität der neuen Schwimmhalle auch nicht höher. Und was soll ein 25 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken? Da ist ja mein Wohnzimmer größer. Ich finde es traurig, dass man in den Wintermonaten nicht spontan, eine Schwimmhalle besuchen kann, ganz zu schweigen von der Teilnahme von Aquagymnastikkursen. Meiner Meinung nach verliert Schwerin immer mehr an kultureller und sportlicher Attraktivität, denn dort wird zuerst der Rotstift angesetzt.
Ich bin nicht mehr stolz, Schwerinerin zu sein“, betont Cordula Kiencke.

Astrid Möller meint: Eine Schwimmhalle auf dem Großen Dreesch ist definitiv zu wenig für Schwerin. Es ist beschämend. Vor allem Wassergymnastik und Reha-Sport können nicht mehr wie gewohnt angeboten werden. In den vergangenen Monaten haben sich die Übungsleiter in der Lankower Halle sehr bemüht und entsprechende Kurse angeboten, aber es war immer viel zu überfüllt. Ich habe mehrere Wochen bei Herrn Schramm einen Wassergymnastikkurs im Kinderbecken besucht und möchte das Engagement von Herrn Schramm sehr loben. Aber die Bedingungen in dieser kleinen Halle sind katastrophal. Und das wird sich nicht ändern auf dem Großen Dreesch. Es ist gut, dass es die Sportvereine gibt, aber auch an die älteren Bewohner sollte gedacht werden. Warum teilt man das nicht: auf dem Dreesch für Schwimmschule und Vereinssport und in Lankow eine Halle für Reha-Sport, Gymnastik, Sauna für Erwachsene. Ich denke, hier wurden falsche Entscheidungen getroffen“, findet Astrid Möller.

Auch auf unserer Facebook-Plattform wird über das Thema diskutiert. So schreibt Mathias Ecke: Eine Demokratie, die keine ist. Schade um unsere alte Schwimmhalle. Ich werde am Sonntag eine Kerze vor ihr anzünden und in Erinnerungen schwelgen, wie ich dort schwimmen gelernt habe, meine Kinder schwimmen gelernt haben, wir schöne Stunden verbracht haben. Zeit für eine neue Spitze in der Stadt. Die neue Fitze auf dem Dreesch ist eine Blamage für eine Stadt wie Schwerin.“ Martin Könitz kommentiert die Schließung der Lankower Halle mit: „schade“. Petra von Garnichtübel schreibt sarkastisch: „Wenn ich das so lese: Variieren die Eintrittspreise wie die eingeschränkten Möglichkeiten der Nutzung der Becken? Samstags bis 18 Uhr geöffnet, das nenne ich ne Wucht. So lange. Ein Fortschritt ist das hier.“

 



 

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