Neue Schule für die Platte?

Gret-Dorit Klemkow
Gret-Dorit Klemkow

Die meisten Flüchtlinge leben im Mueßer Holz und Neu Zippendorf – viele Kinder brauchen Unterricht

von
17. März 2016, 23:46 Uhr

Knapp 400 Flüchtlinge leben im Mueßer Holz, fast 200 in Neu Zippendorf – die beiden Stadtteile sind damit diejenigen in Schwerin, die das deutschlandweit heftig diskutierte Thema am nächsten erleben. In allen möglichen Facetten kommt es regelmäßig auf die Tagesordnung beim Ortsbeirat – vom Ärger über Müll oder Lärm im Innenhof bis hin zu ehrenamtlicher Hilfe beim Deutschlernen. Während zumindest an Wohnraum noch kein Mangel herrscht auf dem Dreesch, ist es um Kita- und Grundschulplätze wesentlich schlechter bestellt. „Die Astrid-Lindgren-Schule nimmt schon keine Kinder mehr auf und an der Schule am Mueßer Berg sieht es ebenfalls eng aus“, sagt Ortsbeiratsmitglied Georg-Christian Riedel. „Wir brauchen nicht nur in der Innenstadt eine weitere Schule, wir brauchen ganz dringend auch eine Lösung für den Dreesch.“ Vorschläge hat er schon parat: „Wir könnten das alte Schliemann-Gymnasium am Fernsehturm reaktivieren oder die Hans-Beimler-Schule auf dem Großen Dreesch sanieren.“ Egal welche – eine Lösung müsse bald gefunden werden. Ortsbeiratsvorsitzende Gret-Dorit Klemkow hatte die aktuellen Zahlen dabei: 96 der insgesamt 722 Flüchtlinge in Schwerin sind sechs Jahre oder jünger – und kommen demnächst in die Schule. 153 Flüchtlinge sind zwischen sechs und 18 Jahren alt – im klassischen Schulalter also. Mehr als 1000 neue Flüchtlinge werden Schwerin aller Voraussicht nach im Jahr 2016 erreichen – und damit ebenfalls wieder jede Menge Kinder und Jugendliche.

Freie Kita-Plätze gibt es so gut wie keine. In den Räumen der katholischen St. Andreas-Gemeinde lernen jeden Vormittag zwischen 8 und 12 Uhr rund 30 Kinder „spielend Deutsch“ – ein ehrenamtliches Vorzeigeprojekt im Stadtteil, organisiert von der Flüchtlingshilfe.

„Sieben Flüchtlingskinder betreuen wir in unserer Kita Lütte Meckelbörger, damit sind unsere Kapazitäten leider erschöpft“, sagt Lutz Schütt vom Internationalen Bund mit Sitz in der Keplerstraße. Der will sich jetzt stärker in die Flüchtlingsarbeit im Ortsteil einbringen. Vier Basare mit Sachspenden wurden bisher organisiert, Box- und Fußballtraining für Jugendliche auf die Beine gestellt, Spielenachmittage für Kinder in Stern Buchholz und in Flüchtlings-Blocks veranstaltet. Künftig soll es am Wochenende Sprachkurse für Kinder von 9 bis 14 Jahren geben. „Und unser Fuhrpark könnte bei Umzügen helfen“, so Lutz Schütt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen