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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 10:36 Uhr

Nahverkehr Schwerin : Neue Regeln für E-Scooter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Elektromobile werden weiter vom Nahverkehr befördert, ein Ministeriumserlass nennt aber jetzt Bedingungen

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Angelika Stoof zeigt, wie es richtig gemacht wird: Rückwärts fährt die Vorsitzende des Schweriner Behindertenbeirats mit dem E-Scooter über eine Rampe in den Bus hinein und parkt dann so auf dem vorgesehenen Platz ein, dass sie entgegengesetzt zur Fahrtrichtung des Busses an einer senkrechten Fläche festen Halt findet.

Der Schweriner Nahverkehr werde die Elektromobile auch künftig in seinen Bussen und Straßenbahn mitnehmen, sagt Geschäftsführer Norbert Klatt – anders als manch andere Verkehrsbetriebe, die eine Beförderung der Scooter wegen einer Rutsch- und Kippgefahr ablehnten. Allerdings gäbe es jetzt einen Erlass des Verkehrsministeriums, in dem die Regeln für die Beförderung klar definiert würden. „Daran müssen sich auch unsere Fahrgäste halten“, betont Klatt.

Laut Erlass müssen die E-Scooter vier Räder haben und dürfen eine Länge von 1,2 Metern und eine Breite von 70 Zentimetern nicht überschreiten. Das Fahrzeug darf inklusive Fahrer nicht schwerer als 300 Kilogramm sein. Der Scooter muss außerdem eine Steigung von mindestens zwölf Prozent überwinden können, sein Bremssystem auf beide Achsen gleichzeitig wirken.

Der Erlass nennt aber nicht nur Anforderungen an das Fahrzeug, sondern auch an den Fahrer. Wer in Zukunft mit seinem Scooter vom Nahverkehr befördert werden möchte, benötigt einen Nachweis über eine schwere Behinderung mindestens mit dem Merkzeichen „G“. Und er muss sein Elektromobil so beherrschen, dass er in der Lage ist, ohne größere Probleme rückwärts in Busse und Straßenbahn einzuparken.

Noch gäbe es in Schwerin im Vergleich zur Zahl der Rollstühle relativ wenige E-Scooter, sagt Behindertenbeiratschefin Stoof. Aber der Anteil gehbehinderter Menschen werde aus demografischen Gründen in den kommenden Jahren weiter steigen – und damit vermutlich auch die Zahl der E-Scooter. „Ich begrüße es deshalb sehr, dass der Nahverkehr die Scooter weiter befördert“, so Stoof.

Der Erlass des Ministerium gelte ab sofort, betont Nahverkehrschef Klatt. „Damit sich alle E-Scooter-Besitzer aber auch die neuen Vorschriften einstellen können, gewähren wir noch eine Übergangszeit bis zum 1. Mai.“ Danach müssten die Scooter-Nutzer gegenüber dem Bus- oder Straßenbahnfahrer durch entsprechende Unterlagen nachweisen können, dass sie ein Elektromobil aus medizinischen Gründen benötigen und ihr Fahrzeug den technischen Vorgaben des Erlasses entspricht.

Am 30. Mai bietet der Nahverkehr auf seinem Betriebshof wieder ein Training für Menschen mit Rollatoren an, das auch Besitzer von E-Scootern nutzen können. Anmeldungen nimmt der Nahverkehr unter der Telefonnummer 0385/3990333 entgegen.

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