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Schwerins schlimmster Schandfleck : Neue Pläne für Brandruine „Zur Fähre“

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ruine am Stadteingang verschwindet: Stadt schließt Vertrag mit Investor über Abriss und Neubau von Gastronomie und Wohnhäusern

svz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 18:00 Uhr

Sie gehört zu den meistkritisierten Schandflecken der Stadt: die Brandruine der ehemaligen Gaststätte „Zur Fähre“ in Mueß. Direkt am Störkanal gelegen, ist sie seit 20 Jahren ein Ärgernis für Einheimische und Besucher der Stadt, die von der A 14 oder mit dem Boot nach Schwerin kommen und zuerst die Ruine sehen. Doch jetzt ist eine Lösung in Sicht. Die Stadtverwaltung hat mit einem Investor einen städtebaulichen Vertrag unterschriftsreif ausgehandelt, der die Beräumung der Gebäudereste vorsieht.

„Unser Entwicklungskonzept für Mueß und Zippendorf sieht an dieser Stelle mit höchster Priorität wieder Gastronomie vor. Anwohner, Fahrrad-Touristen, Wassersportler und Naturfreunde haben das in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder gefordert, nachdem das Gebäude, das seinerzeit die Diskothek Schwalbennest beherbergte, abgebrannt war“, erläutert Baudezernent Bernd Nottebaum.

Doch die Immobilie befindet sich in Privatbesitz, die Stadt hatte keine Möglichkeiten der Einflussnahme auf Abriss oder Neubau. Nachdem Eigentümer Carsten Rönndahl jetzt vom Land eine benachbarte Fläche erworben hatte, zeigte auch die Stadt Entgegenkommen und verkaufte eine kleine Teilfläche und handelte einen städtebaulichen Vertrag mit ihm aus. Dieser sieht vor, dass auf der etwa 1,2 Hektar großen Fläche direkt an der Alten Crivitzer Landstraße die Ruine der alten Gaststätte abgerissen und an gleicher Stelle ein Neubau mit Gastronomie und Ferienwohnungen errichtet wird. Das Areal daneben ist für kleinteilige Wohnbebauung vorgesehen. „Nach den Vorstellungen des Investors könnten dort acht bis zehn Einfamilienhäuser entstehen“, berichtet Nottebaum. Das sei städtebaulich vertretbar und würde auch dem Flächennutzungsplan nicht widersprechen, betont der Baudezernent. Mit dem Vertrag werde eindeutig geregelt, dass zuerst der Abriss der Brandruine erfolgen müsse, bevor jedwede andere Bautätigkeit beginne.

Befürchtungen von Naturschützern, dass dort unvertretbare Eingriffe in das Ökosystem passieren, widerspricht die Oberbürgermeisterin: „Der Bebauungsplan sieht vor, dass nur Flächen direkt an der Straße genutzt werden. Das Seeufer bleibt – wie unser Konzept von Stadt am Wasser vorsieht – frei zugänglich“, versichert Angelika Gramkow.

Reaktiviert werden soll indes der alte Bootsanleger in unmittelbarer Nähe. „Wir haben mit der Weißen Flotte bereits Vorgespräche geführt, sie ist sehr interessiert“, berichtet Baudezernent Nottebaum.

Der Zeitplan sieht vor, dass nach Bestätigung des B-Planes noch Ende dieses Jahres die Ruine abgerissen und nächstes Jahr gebaut werden könnte.

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