Bühne der Schlossfestspiele in Schwerin fertig : Neue Perspektiven vor dem Theater

Die Theatertischler Christian Hilscher und Alexander Gowronek (r.) bereiten die Haupttreppe der  Bühne so vor, dass sie mit Leuchten  ausgestattet werden kann. 2000 Lampen sollen die Atmosphäre eines rauschenden Festes erzeugen.  Reinhard Klawitter
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Die Theatertischler Christian Hilscher und Alexander Gowronek (r.) bereiten die Haupttreppe der Bühne so vor, dass sie mit Leuchten ausgestattet werden kann. 2000 Lampen sollen die Atmosphäre eines rauschenden Festes erzeugen. Reinhard Klawitter

Die Kulisse für die Schlossfestspiele ist imposant: 20x30 Meter misst die Bühne, die auf dem Alten Garten aufgebaut ist. 21x8 Meter groß sind die Seitenkulissen. Farbigkeit, große Flächen und Elemente prägen das Bild.

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16. Mai 2013, 09:54 Uhr

Altstadt | Die Kulisse für die Schlossfestspiele ist imposant: 20 mal 30 Meter misst die Bühne, die auf dem Alten Garten aufgebaut ist. 21 mal 8 Meter groß sind die beiden Seitenkulissen, die auf der einen das Orchester beherbergen und auf der anderen das Bühnenbild für den zweiten Akt verbergen. Farbigkeit, große Flächen und Elemente prägen das Bild. Das Besondere bei der diesjährigen Inszenierung ist indes nicht einmal die Dimension, sondern die Perspektive. Bühnenbildner Olaf Grambow spannt seinen Theater-Bogen so, dass der Blick auf das Schloss fokussiert wird, das dadurch Teil der Kulisse ist. Gleichzeitig holt er die Zuschauer bis auf zwei Meter nah an das Geschehen heran und schließt durch das Halbrund der Besuchertraversen den Theater-Blick.

"Wir wollen die Zuschauer möglichst nahe bei den Schauspielern und Sängern haben, um das Theatererlebnis zu verstärken", erläutert Grambow. Deshalb werde auch das Orchester nicht versteckt, sondern sichtbar sein, allerdings hinter Schallschutzfenstern, um Interferenzen auszuschließen, da wie immer bei Open-Air-Inszenierungen mit Tontechnik gearbeitet werde.

Mit seinem Bühnenbogen will Grambow Konzentration schaffen, 2000 Lichter und Lampen daran sollen Festatmosphäre zaubern. Wasserspiele dahinter stellen die Verbindung zum Schloss her, auf große Fontänen im See indes musste aus Kostengründen verzichtet werden. Dennoch sind sich Regisseur Peter Dehler und Bühnenbildner Olaf Grambow sicher: Die Schlossfestspiele 2013 werden etwas ganz Besonderes.

Auch für die Passanten. Denn rund um die Aufbauten wird der Alte Garten eine mehrere hundert Meter lange Bank erhalten, auf der sich tagsüber Schweriner und Gäste ausruhen können - mit Blick aufs Schloss, den Burgsee, das Theater oder das Museum. Ihre hohe Rückwand soll zugleich das Operetten-Geschehen auf dem Alten Garten von störenden Außeneinflüssen abschirmen, erläutert Grambow.

Bühne und Kulissen brauchen zwar noch Feinschliff, sind jedoch schon soweit fertig, dass in dieser Woche die ersten Open-Air-Proben mit einigen Solisten, dem Opernchor und der Singakademie gestartet werden konnten. In den nächsten Tagen werden der Rachwal-Chor aus Polen, der seit vielen Jahren die Schlossfestspiele unterstützt, und die restlichen Sänger und Schauspieler erwartet, darunter auch Walter Plathe. Der Stargast, vor allem durch seine Titelrolle in der TV-Serie "Der Landarzt" bekannt, hatte seine schauspielerische Laufbahn in Schwerin begonnen und wird nun in die Rolle des Gerichtsdieners Frosch schlüpfen.

Das Staatstheater hatte sich für die Inszenierung der Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauss entschieden, weil das Paradestück der goldenen Operettenzeit besonders populär, zugleich aber auch aktuell ist. Seine Kritik an der vergnügungssüchtigen Gesellschaft seiner Zeit gelingt auf sehr stilvolle und charmante Weise. Die rasende Sucht nach Lustbarkeiten, die fast schon krankhafte Sehnsucht nach Zerstreuung drückte Strauss in wunderbaren, unvergänglichen Melodien aus, etwa "Trinke, Liebchen, trinke schnell!", "Mein Herr Marquis", "Ich lade gern mir Gäste ein" oder "Im Feuerstrom der Reben".

Premiere hat "Die Fledermaus" am 14. Juni um 21 Uhr auf dem Alten Garten. Bis 21. Juli folgen 22 weitere Vorstellungen. Karten gibt es an der Theaterkasse, Telefon 0385-53 00 123 und im Internet unter kasse@theater-schwerin.de.

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