Interaktive Schwerin-Karte : Neue Handy-App soll Leben retten

Mit der neuen Defibrillator-App der Landeshauptstadt wollen Stephan Jakobi (r.) und Jörg Allrich dafür sorgen, dass die Geräte zukünftig schneller gefunden werden.
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Mit der neuen Defibrillator-App der Landeshauptstadt wollen Stephan Jakobi (r.) und Jörg Allrich dafür sorgen, dass die Geräte zukünftig schneller gefunden werden.

Karte zeigt Standorte von Laien-Defibrillatoren - Schweriner können Liste vervollständigen

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30. August 2016, 16:00 Uhr

Auf Intensivstationen, in Notaufnahmen oder in Rettungswagen gehören sie längst zur Grundausstattung: Defibrillatoren, die mit gezielten Stromstößen Leben retten können. Auch auf den Straßen halten speziell für Laien ausgelegte Modelle mehr und mehr Einzug. Damit diese in Notfällen schneller gefunden werden, gibt es nun eine App, die alle Standorte der so genannten Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) in der Landeshauptstadt sichtbar macht.

In Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Vermessung und Geoinformation pflegt die Berufsfeuerwehr von nun an eine spezielle Karte, die den kürzesten Weg zum nächsten lebensrettenden Gerät anzeigt. „Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Dienstleister, Einkaufszentren und Landesbehörden über Defibrillatoren verfügen. Im Notfall ist es jedoch ein großes Problem, dass die Ersthelfer davon nichts wissen“, sagt Stephan Jakobi, Leiter der Schweriner Berufsfeuerwehr. Dabei zählt im Ernstfall wie bei Infarkten oder lebensbedrohlichen Herzrhytmusstörungen jeder Augenblick. Pro Minute sinkt die Überlebenschance der Betroffenen um zehn Prozent. Doch wann genau kommt ein Defibrillator zur Anwendung? „Ist der Patient nicht ansprechbar und atmet gar nicht oder abnormal, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung nötig“, sagt Jörg Allrich, Ärztlicher Leiter des Schweriner Rettungsdienstes. Die Bedienung des automatisierten Gerätes ist dabei selbsterklärend, alle Schritte werden von einer Computerstimme vorgeschrieben.

In der Landeshauptstadt liegt die primäre Überlebensrate bei 50 Prozent. Das heißt, dass etwa die Hälfte aller Patienten wiederbelebt werden können und in die Klinik gebracht werden. „Diese Prozentzahl können wir nur verbessern, wenn es gelingt, das Gerät früher an den Ort des Geschehens zu bringen“, sagt Jörg Allrich.

Dafür bitten er und seine Kollegen nun um Mithilfe. Wer den Standort von Laien-Defibrillatoren kennt, wird gebeten, diesen per E-Mail unter berufsfeuerwehr@schwerin.de mit einer kurzen Beschreibung des genauen Standorts zu melden. Überprüft und gepflegt werden die Ortsangaben im Anschluss von den Kameraden der Berufsfeuerwehr. Bisher in der Karte, die unter www.schwerin.de abgerufen werden kann, verzeichnet sind Defibrillatoren im Stadthaus, im Schlosspark-Center sowie beim Schweriner Seglerverein.

>> Der QR-Code, der zur App führt, ist hier zu finden.

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