Schwerin : Neue Gartenstadt abgeriegelt

Erleichtert, aber auch etwas verärgert: Die Anwohner Bernd Pietruschka und Klaus Rofolski (r.) freuen sich, dass der Durchgangsverkehr ausgebremst wird. Sie hätten sich aber den Zusatz 'Anlieger frei' gewünscht. Denn nun sind auch sie ausgesperrt.Klawitter
Erleichtert, aber auch etwas verärgert: Die Anwohner Bernd Pietruschka und Klaus Rofolski (r.) freuen sich, dass der Durchgangsverkehr ausgebremst wird. Sie hätten sich aber den Zusatz "Anlieger frei" gewünscht. Denn nun sind auch sie ausgesperrt.Klawitter

Die Stadt Schwerin setzt die Verkehrsberuhigung durch und sperrt seit dieser Woche den Durchgangsverkehr an der Haselholzstraße in der Neuen Gartenstadt. Kontrollen der Polizei sind geplant.

von
24. Mai 2012, 09:55 Uhr

Gartenstadt | Der Durchgangsverkehr in der Neuen Gartenstadt ist Geschichte - zumindest in der Theorie. Seit dieser Woche kann das Neubaugebiet nur noch über die Ludwigsluster Chaussee erreicht oder verlassen werden. Entlang der gesamten Haselholzstraße weisen Schilder auf das Einfahrts- bzw. Ausfahrtsverbot hin. Insgesamt acht Sackgassenschilder zeigen an den Zufahrten zur Neuen Gartenstadt die Neuregelung an. Das Problem: Kaum jemand hält sich daran. Von 20 Fahrzeugen, die innerhalb einer Viertelstunde von der Haselholzstraße in die Straße Langer Berg fahren wollten, taten dies am Montag Abend bei einem SVZ-Test trotz klarer Verbotsschilder 19. "Wir sind im Gespräch mit der Polizei. Es wird Kontrollen geben", sagt Barbara Diessner von der städtischen Verkehrsbehörde.

Die Sperrungen gelten nur zeitweise. Laut Baudezernent Dr. Wolfram Frie ders dorff will die Stadt noch in diesem Jahr mit dem Weiterbau der Mettenheimer Straße beginnen. Diese verbindet nach der Fertigstellung die Ludwigsluster Chaussee mit der Hagenower Straße und wird dann den Durchgangsverkehr aufnehmen, der bislang zum Ärger der Gartenstädter durch ihr Wohngebiet rollt.

Verkehrszählungen der Stadt und des Ortsbeirates haben jüngst mehr als 1000 Fahrzeuge gezählt, die durch die verkehrsberuhigten Straßen der Neuen Gartenstadt fuhren - zumeist nicht in der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit. In der Spitze waren es 100 Fahrzeuge pro Stunde. Nach einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichtes Koblenz dürfen in verkehrsberuhigten Zonen maximal 20 Autos je Stunde im Spitzensatz fahren. Angesichts dieser Zahlen musste die Stadt handeln. Denn: "Wir haben bei den Zählungen auch die Halter analysiert und festgestellt, dass tatsächlich zwei Drittel aller Fahrzeuge reiner Durchgangsverkehr war", erläutert Barbara Diessner. LWL- und PCH-Kennzeichen dominierten, aber auch Bau-Laster bretterten durch die Wohngebietsstraßen.

Für die Anwohner aus der Alten Gartenstadt und der Haselholzstraße bringt die Sperrung allerdings Umwege - beispielsweise bei der Fahrt zum Netto-Markt im Wohngebiet. Sie können nicht mehr durchs Wohngebiet fahren, sondern müssen über die Ludwigsluster Chaussee ausweichen. Die städtischen Verkehrsplaner halten diese Umwege aber für zumutbar, zumal sie auch zeitlich begrenzt sind.

Gänzlich sauer war Bernd Pietruschka, der ein Eckgrundstück an der Haselholzstraße hat. An beiden Seiten seiner Grundstücksgrenze hatte die Stadt die Verbotsschilder aufgestellt, so dass Pie truschka regelkonform nicht mehr mit dem Auto in seinen Carport kam. Positiv: Die Stadt hat gestern reagiert und das falsche Aufstellen der Schilder korrigiert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen