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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 23:53 Uhr

Museum in Muess : Neue Eintrittspreise zu niedrig?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Studenten ermitteln, dass für das Freilichtmuseum in Mueß die Tickets deutlich teurer sein könnten, als von der Verwaltung vorgeschlagen

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Zum 1. April sollen die Eintrittspreise für das Freilichtmuseum in Mueß steigen. (SVZ berichtete) In den Ausschüssen der Stadtvertretung wird zwar noch darüber diskutiert, aber es ist davon auszugehen, dass es so kommt.

Statt bisher 3,50 Euro soll die normale Eintrittskarte in Zukunft fünf Euro kosten. Eine Steigerung von mehr als 40 Prozent. Auch alle anderen, seit 2007 gleich gebliebenen Ticket-Preise werden sich ändern. Für Kinder und Jugendliche wird es allerdings billiger.

Die Preise für das Freilichtmuseum sollen steigen, weil der Beratende Beauftragte gefordert hatte, dass die Stadt ihre Einnahmen erhöhen soll. Doch die Stadt schöpft beim Mueßer Museum offenbar gar nicht alle Potenziale aus. Das geht aus einer Hausarbeit hervor, die fünf Studenten des Studienganges Hotel- und Tourismusmanagement an der Fachhochschule des Mittelstandes „Baltic College“ erarbeitet haben.

Die jungen Leute haben Kommilitonen befragt, was sie bereit wären, für einen Besuch des Freilichtmuseums zu bezahlen. Ohne ein zusätzliches Veranstaltungsangebot wären Studenten bereit, zwischen 5,35 Euro und 8,02 Euro zu geben. Dann allerdings sollte im Museum historische Handwerkskunst von Schmieden, Bäckern oder Fischern vorgeführt werden. Es könnte auch das Selberbacken von Brot oder von Kuchen mit selbst gepflückten Früchten angeboten werden.

Die möglichen Preise zwischen gut fünf und etwa acht Euro sind nur die statistischen Mittelwerte. Insgesamt waren die Befragten bereit, bis zu 20 Euro zu bezahlen. Nach Aussage der Studenten orientierten sich die Befragten offenbar an den Preisen vergleichbarer Einrichtungen im mittleren Preissegment. „Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor ist die befragte Zielgruppe, Studierende, deren Altersdurchschnitt bei 22,4 Jahren liegt. Doch auch bei näherer Betrachtung der Fragebögen, die von über 26-Jährigen ausgefüllt wurden, ergaben sich keine besonderen Ausreißer“, heißt es in der Hausarbeit.

Sind in den Eintrittspreis für das Freilichtmuseum in Mueß auch noch besondere Veranstaltungen eingeschlossen, so wären die Befragten sogar bereit, auch mehr zu bezahlen. Die Spanne lag in diesem Fall zwischen 10,08 und 13,30 Euro. In der Hausarbeit dargelegte Schlussfolgerung: „Auffällig waren die gehäuften Angaben ineinander übergehender Werte, die für das Angebot ohne Veranstaltungen beispielsweise eine Spanne von fünf bis zehn Euro angaben und für das Angebot mit integrierter Veranstaltung die Untergrenze wieder bei zehn Euro ansetzten und das Maximum bei bis zu 20 Euro festlegten. Daraus ergibt sich die Interpretation, dass eine grundsätzlich niedrigere Zahlungsbereitschaft vorherrscht, wenn kein zusätzliches Tagesangebot im Preis enthalten ist.“

Die von den Studenten ermittelten möglichen Eintrittspreise sind ihrer Meinung nach noch moderat. „Verglichen mit Ticketpreisen für andere Veranstaltungen wie zum Beispiel Musikkonzerte oder Comedy-Veranstaltungen sowie diverse Märkte oder Festivals, sind die hier genannten Eintrittspreise verhältnismäßig niedrig gehalten, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass keine Spezialisierung, beziehungsweise Klassifizierung der Veranstaltungen vorgenommen wurde, da die Frage lediglich lautete: ,Wie viel wäre Ihnen der Eintritt mit einem zusätzlichen Veranstaltungsangebot wert?‘“

Für die Hausarbeit wurden nur Studenten befragt. Allerdings studieren sie alle an einer privaten Fachhochschule. Sie müssen für ihre Ausbildung bezahlen und viele arbeiten deshalb zur Finanzierung ihres Studium. Das Budget der jungen Leute ist auf jeden Fall knapp. Trotzdem wären sie bereit mehr zu bezahlen, als jetzt von der Verwaltung vorgeschlagen.

 

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