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Trotz Finanzdiskussion : Neue Azubis in den Startlöchern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trotz Diskussion um die Finanzierung des Programms MobiPro-EU: Viele junge Ausländer beginnen im Herbst hier ihre Lehre

Maria stammt aus Palma de Mallorca und ist eine von aktuell 61 Azubis, die mit dem Programm MobiPro-EU in Westmecklenburg lernen und leben. Und sie ist ein echter Vorzeige-Lehrling: In ihrem Ausbildungsbetrieb LTA Anlagentechnik in Brüsewitz übernimmt die angehende Industriekauffrau schon sehr verantwortungsvolle Aufgaben, lobt ihr Chef, Bereichsleiter Uwe Dumjahn. „Sie ist weiter als viele ihrer Kollegen“, schwärmt er und würde sie später gern behalten. Maria kann sich das gut vorstellen, bis dahin hätte sie auch besser Deutsch gelernt. Die Sprache mache ihr noch ein wenig zu schaffen, meint sie lächelnd, und wenn sie „Teilstadt“ anstelle von „Stadtteil“ sagt, klingt das charmant.

Maria und ihr Chef sind von der Arbeitsagentur zu einem Pressetermin in die Marie-Curie-Straße 1a geladen worden. Dort wollen Agentur, IHK und Bildungsträger SBW mit einigen grassierenden Vorurteilen rund um das Bundesprogramm MobiPro-EU aufräumen. In Westmecklenburg würden Azubis aus Spanien, Griechenland, Rumänien oder Ungarn weder ausgebeutet noch müssten sie in schmuddeligen Mehr-Bett-Zimmern hausen. Von solchen Zuständen hatten Medien in anderen Teilen der Republik berichtet. In Schwerin sei jeder MobiPro-Azubi in einer eigenen Wohnung untergebracht, wie beispielsweise bei der SWG in der Curiestraße. Die sanierte Ein-Raum-Wohnung mit 22 Quadratmetern, Küchenzeile, Wannenbad, Schlafcouch, Tisch und Schrank kostet warm 200 Euro und sei sehr komfortabel. Die SBW hat rund 50 Wohnungen in der Stadt angemietet – vor allem auf dem Dreesch und in Lankow – und gibt sie eins zu eins an die Azubis weiter.

Die Unternehmer, die für September mit neue Azubis aus dem europäischen Ausland rechnen, sollten sich keine allzu großen Sorgen machen, sagt Dirk Heyden, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Obwohl das Wort „Förderstopp“ die Runde macht, geht er davon aus, dass die meisten der für 2014 neu beantragten Azubis ihre Bewilligung bekommen – und die Bundesregierung das überaus erfolgreiche Programm finanziell weiter aufstockt. „369 junge Leute wollen kommen, 216 Anträge sind schon durch“, sagt Heyden. „Wir hoffen, dass viele andere nächste Woche noch bewilligt werden.“

Die Betriebe würde es freuen, denn wenn kein MobiPro-Azubi die Stelle nimmt, bleibt sie erfahrungsgemäß unbesetzt. Deutsche Azubis sind Mangelware, MobiPro ist für viele Betriebe die Rettung. Und bei einer Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent z.B. in Spanien auch die Rettung für die Jugend dort. Aber klar ist: „Kein Spanier nimmt einem Deutschen die Lehrstelle weg“, betont Dirk Heyden.

 

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erstellt am 25.Apr.2014 | 12:00 Uhr

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