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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. August 2017 | 10:04 Uhr

Naturfrevel : Neu Goderns Biberdamm zerstört

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anwohner Michael Bieker engagiert sich ehrenamtlich für den Naturschutz und ist entsetzt über den Frevel im Mühlenfließ

Michael Bieker aus Neu Godern ist froh über die Naturvielfalt gleich hinter seinem Wohnhaus in Neu Godern. Sogar der Biber ist hier anzutreffen. Manchmal wagt sich das scheue Tier bis an die Gebäude heran, um einen Baum anzunagen und auch zu fällen. Fassungslos stellte der 46-Jährige nun aber fest, dass nicht jeder dem Biber wohlgesonnen ist. Der Damm von Baumeister Bokert im Mühlenfließ ist zerstört worden. „Das muss jemand mutwillig gemacht haben“, ist sich Bieker sicher. Er lebt seit 2011 in Neu Godern, hatte zuvor hier bereits einen Kleingarten. „Kurz nach meinem Umzug entdeckte ich Fallen in der Nähe einer Biberburg und Windspiele, deren Geräusche das Tier verschrecken sollten“, blickt Bieker zurück. Damals wandte er sich an die Naturparkverwaltung in Warin. Seitdem schaut Michael Bieker in dem Biberrevier nach dem Rechten – ehrenamtlich.

Auch der Biber am Mühlenfließ war fleißig. Der Damm wurde immer höher, das Wasser stieg an und suchte sich außerhalb des Bettes einen neuen Weg. Das blieb nicht unbemerkt. Genau vor einem Jahr wurde bei der Gewässerschau festgelegt, dass 30 Zentimeter vom Damm abgetragen werden können, damit der Wasserstand wieder sinkt. Das wurde zu Beginn des Jahres vom zuständigen Wasser- und Bodenverband „Obere Warnow“ ausgeführt. Doch danach muss ein Unbekannter weitergemacht haben. Im Restdamm klafft jetzt eine Lücke. Den Biber hat Bieker seitdem nicht mehr gesehen.

„Der Damm gehört zur Burg und ist damit ebenso streng geschützt“, betont Mario Krüger von der Naturparkverwaltung. Deshalb wird diese Zerstörung Folgen haben, die untere Naturschutzbehörde muss eingeschaltet werden. Bieker hofft, dass der Verursacher gefunden und zur Verantwortung gezogen wird.

Schon heute gibt es wieder die Gewässerschau in der Region. Hans-Ulrich Helms, Landwirt im Ruhestand und ehemaliger Bürgermeister von Godern, hofft, dass dabei ein Dialog beginnt, wie die Interessen von Naturschützern, Landwirten und Jägern besser abgestimmt werden. Denn Konflikte zwischen Mensch und Tier gibt es noch an anderen Stellen. „Ich weiß von 14 Hektar Land, die derzeit vernässt sind“, erzählt Helms. Daran kann ein Biber Schuld sein, denn in der Region um Pinnow und Godern gibt es drei bis fünf besetzte Reviere des Nagers.

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erstellt am 07.Apr.2014 | 16:00 Uhr

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