Schwerin : „Nerds sind keine Kellerkinder“

Mit ausgefeilter Technik können sich Computerfans um Organisator Michael Milz bei „Jugend hackt...“ in Schwerin befassen.
Mit ausgefeilter Technik können sich Computerfans um Organisator Michael Milz bei „Jugend hackt...“ in Schwerin befassen.

Es ist längst hoffähig geworden, sich mit Technik auszukennen. Junge Computerfreunde treffen sich in Schwerin zu „Jugend hackt...“

svz.de von
28. Mai 2018, 05:00 Uhr

Wer sich mit dem Programmieren auskennt, Computer im Blindflug auseinander und zusammenbaut, sich in fremde Systeme einloggen kann oder technisch so versiert ist, dass andere es nicht verstehen – der wird im Jugend-Jargon ganz allgemein als Nerd bezeichnet. Nerd meint im Ursprung nichts anderes als Sonderling. Der Duden bezeichnet die „Schwachköpfe“ sogar als „sehr intelligente, aber sozial isolierte Computerfans“. Das haben die Computerfreunde laut Michael Milz aber längst hinter sich. Mit seiner Hilfe kommen die Spezialisten jetzt aus ihren Kellern und können sich ganz offiziell vernetzen. „Jugend hackt...“ heißt das Treffen, das er jetzt mit Unterstützung des Landesjugendrings und dem Schweriner Verein „Hackspace“ auf die Beine stellt.

Roboter programmieren, sie mit künstlicher Intelligenz füttern, Navigationssysteme für Schuhe entwickeln oder ähnliche hochkomplizierte Prozesse – das können die mehr als 30 Jugendlichen vom 1. bis zum 3. Juni im Technologiezentrum in Schwerin. „Bei Jugend hackt... holen wir die Jugendlichen zusammen, die schon eine gewisse Vorbildung haben. Sie mussten in ihrer Bewerbung schon zeigen, was sie drauf haben“, sagt Michael Milz, der das Treffen organisiert.

Neben einigen Vorträgen wird der große Teil der dreitägigen Veranstaltung aber wohl die praktische Arbeit sein. In mehreren Teams können die erdachten Projekte dann entwickelt werden. „In Berlin habe ich mal erlebt, wie eine Gruppe innerhalb kürzester Zeit eine Technik entwickelt hat, die erkennt, ob jemand mit bayerischem Akzent spricht. Das war beeindruckend und lustig zugleich“, sagt Milz.

Wichtig sei ihm aber auch, dass die Jugendlichen ihre Rechte und ihre Pflichten kennen. Hacker könnten eben auch schnell in Bereiche vorstoßen, die rechtlich unsicher sind. „Wir werden unseren Teilnehmern einen Kurs zur Hacker-Ethik geben. Was darf ich, was darf ich nicht“, sagt Michael. Übernachten werden die Computerfans übrigens im Feriendorf Mueß. Große Partys erwartet der Veranstalter allerdings nicht. „Auch wenn es natürlich darum geht, dass sich die Teilnehmer besser kennen lernen und untereinander vernetzen, wird es abends wohl eher darum gehen, die Projekte voranzutreiben. Das geht meistens bis spät in die Nacht“, sagt Michael Milz, der solche Treffen auch schon in anderen Bundesländern begleitet hat. So ein bisschen Nerd sind sie eben doch.

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