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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. September 2017 | 05:54 Uhr

Klinikum Schwerin : Navi führt durch Wirbelsäulen-OP

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Oberarzt Tobias Paul führt innovative Technik im Schweriner Klinikum ein

Die meisten Autofahrer möchten ihr Navigationsgerät im dichten Verkehr oder auf fremden Straßen nicht mehr missen. Den Operateuren in unseren Krankenhäusern geht es ähnlich, sie setzen neben ihren handwerklichen Fähigkeiten immer mehr auf computergestützte Technik. Die so genannte Neuronavigation beispielsweise hilft Neurochirurgen, sich während des Eingriffs besser zu orientieren. Neben der klassischen Neuronavigation für den Schädel hat sich jetzt auch die Neuronavigation an der Wirbelsäule in den Helios-Kliniken etabliert. In Schwerin wird dieses Verfahren von Oberarzt Tobias Paul, neuer Leiter der Sektion Wirbelsäulenchirurgie, angewandt.

Seit 20 Jahren ist Tobias Paul in der Klinik für Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie tätig und maßgeblich an der Entwicklung der modernen Wirbelsäulenchirurgie in Schwerin beteiligt. Er verfügt über große Kenntnisse in allen operativen Versorgungstechniken der Wirbelsäule. „So war es naheliegend, Herrn Paul die Leitung der Wirbelsäulenambulanz und der Sektion Wirbelsäulenchirurgie zu übertragen“, erklärt Dr. Oliver Heese, Chefarzt der Klinik für Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie.

„Als erste Klinik in Mecklenburg-Vorpommern setzen wir bei komplexen Operationen mit schwierigen Zugängen und bei anatomisch veränderten Strukturen die spinale Neuronavigation ein“, erklärt Tobias Paul, der die Eingriffe in den Schweriner Helios-Kliniken vornimmt. Aber auch bei minimal-invasiven Eingriffen an der Wirbelsäule, vielen bekannt als „Schlüsselloch-Technik“, komme diese Technologie in Schwerin zum Einsatz.

Bei der spinalen Neuronavigation wird vor dem Eingriff mit Hilfe einer Computertomographie ein dreidimensionales Bild der Wirbelsäule angefertigt. „So kann der Operateur die anatomischen Strukturen genau studieren und den Eingriff planen“, erklärt Tobias Paul. Während der Operation wird zusätzlich ein 3D-Röntgenbild der Wirbelsäule angefertigt. Das Navigationssystem fügt die dreidimensionalen Röntgenbilder mit den CT-Bildern zusammen. Der Operateur kann so die Position seiner Instrumente und die Lage eingebrachter Schrauben in Echtzeit verfolgen. Der Neurochirurg weiß: „Dies ist besonders dann hilfreich, wenn Implantate in nicht sichtbare Strukturen der Wirbelsäule eingebracht werden. Schrauben lassen sich so millimetergenau planen, platzieren und während der Operation kontrollieren.“ Zudem erhält der Operateur ohne wiederholtes Röntgen ein mehrschichtiges Bild der Wirbelsäule.

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