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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 02:18 Uhr

Radweg in Schwerin : Naturschützer wollen Uferradweg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unterstützung für das Projekt von Vereinen und jetzt auch vom Dwang – Gegner warnen vor Geldverschwendung

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 08:00 Uhr

„Das Erlebbarmachen der Natur und der Seen im Stadtgebiet kann die Akzeptanz für den notwendigen Schutz unserer Umwelt erhöhen. ,Man kann nur schützen, was man auch kennt’ ist deshalb ein Leitsatz der Umweltbildung“ erklärt Ulf Bähker vom Schweriner Naturschutzbund Nabu. Deshalb unterstützen die Schweriner Naturschützer auch den geplanten Uferradweg am Dwang.

Zwar hätte eine Trasse durch die Siedlung – als Variante 2 untersucht – das geringste Konfliktpotenzial, doch eben auch den geringsten Erlebniswert. Ein Weg entlang des Seeufers dagegen würde weitere Naturerlebnisse für Einheimische und Touristen bringen, betont Bähker. Deshalb werde er vom Nabu befürwortet. Der Einfluss auf Biotope und schützenswerte Arten sei natürlich auszugleichen.

Unterstützung für das Projekt kommt auch von der Schweriner Schützenzunft von 1640. Sie hat ihr Vereinsgelände auf der Krösnitz und kann aus eigenem Erleben berichten, wie sinnvoll der Brückenschlag zum Dwang wäre. „Gerade wir erleben es in den Sommer- und Herbstmonaten immer wieder, dass enttäuschte Besucher der Stadt vor unserem Tor stehen und fragen, wie sie am See weiter wandern können, um diese schöne Umgebung näher kennenlernen zu können“, berichtet Vereinsvorsitzender Frank Westphal. Der Verein unterstütze deshalb die Radwegpläne nachdrücklich.

Die Schweriner Regionalgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs spricht sich ebenfalls für die Pläne aus. „ Wir sehen dahin einen weiteren Schritt, die Landeshauptstadt für seine Bürger zum Wasser hin zu öffnen, Touristen mit dem Fahrrad nach Schwerin zu locken. Die geplante Brücke würde Wegebeziehungen für den nicht motorisierten Individualverkehr verkürzen.“

Mittlerweile melden sich vom Dwang nicht nur Gegner des Uferwegs zu Wort, sondern auch Befürworter. „Ich bin selbst betroffen und muss auch Land abgeben. Aber ich unterstütze dennoch das Projekt, weil es sinnvoll ist und den Umweltgedanken fördert“, sagt Edgar Siebert. Natur müsse erlebbar sein. „Ich weiß, dass ich mir bei einigen Nachbarn jetzt keine Freunde mache, wenn ich sage, bei diesem Projekt muss der Nutzen für die Allgemeinheit Vorrang haben vor den persönlichen Interessen einzelner.“

Peter Wendt aus der Ricarda-Huch-Straße sieht das aber ganz anders. Er schreibt: „Die Vehemenz der SDS, mit der versucht wird, diese Planung umzusetzen, ist schon erstaunlich. Warum ist zum Beispiel der Radweg am Störkanal in Richtung Plate in einem so katastrophalen Zustand oder der Anschluss Schwerins an das Umland vom Dreesch nach Consrade ein jahrelanges Problem? Da geht es um viel weniger Geld“, argumentiert Wendt. Hier solle nur ein altes Buga-Projekt umgesetzt und der Tourismus wegen der höheren Fördermittel benutzt werden. Als Naherholungsprojekt für Schwerin sei das sicher nicht schlecht, aber keine Tourismusförderung.

Nächsten Donnerstag beraten der Finanz- und der Tourismusausschuss über das Uferradweg-Projekt.
 

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