Eigenengagement : Naturschützer kämpfen für ihre Zippendorfer Station

Niels Hamann bringt in der Naturschutzstation auch die Dauerausstellung, die   Flora und Fauna rund um den Schweriner See zeigt, auf Vordermann.
Niels Hamann bringt in der Naturschutzstation auch die Dauerausstellung, die Flora und Fauna rund um den Schweriner See zeigt, auf Vordermann.

Verein will sich mit neuem Konzept und mehr Angeboten wieder um die Trägerschaft bewerben

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19. Februar 2014, 11:00 Uhr

Als die Stadt ankündigte, den Pachtvertrag zum Jahresende 2014 zu kündigen, traf das den Trägerverein der Naturschutzstation am Zippendorfer Strand wie ein Schlag. Nach dem ersten Schock und einer Unterschriftenaktion des BUND sind die Mitstreiter nun wild entschlossen, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen und am angestammten Ort attraktive Umweltbildung zu betreiben. Wenn im Frühjahr die Betreibung des Hauses neu ausgeschrieben wird, will sich der Verein, der seit dem Jahr 2002 die Naturschutzstation führt, auf jeden Fall wieder bewerben – mit einem neuen Konzept, das der neue Vorstand in den vergangenen Monaten erarbeitet hat. Mehr Öffentlichkeitsarbeit und mehr Angebote für Erwachsene stehen oben auf der Prioritätenliste.

Niels Hamann ist seit Sommer im Vereinsvorstand aktiv, seit September verbringt er als Honorarkraft 25 Stunden pro Woche in der Station. Der Binnenfischer aus Kleefeld bietet seit vier Jahren jeweils donnerstags frischen Räucherfisch in der Station an. Er weiß aus Erfahrung, dass die Leute hier das Bedürfnis haben, über die Natur zu plaudern, Neues zu lernen, Geheimtipps auszutauschen oder in Ruhe Vögel zu beobachten. Auch er selbst gerät schnell ins Schwärmen, wenn es um Fischereigrenzen, den Lieblingsfisch des Herzogs, um Blessrallen, Seeadler oder gefiederte Wintergäste geht. Dass der Seidenschwanz aus Lappland gerade in Schwerin Station macht und wie er aussieht, das erzählt er den vielen Kita- oder Grundschulkindern, die zu den häufigsten Besuchern der Naturschutzstation zählen. „Die Nähe zu Wildtieren kann man an kaum einem anderen Ort in Schwerin so wunderbar erleben wie hier“, sagt Hamann. Für Kinder gibt es deshalb regelmäßige Bildungsangebote wie „Leben im Wassertropfen“, „Besuch bei der Bienenkönigin“, Kräuter-Abc oder Nistkästenbau. Aber auch für einen Kindergeburtstag kann man die Naturschutzstation mieten – mit oder ohne Betreuung. Wer ein Programm bucht, der kann mit Niels Hamann z.B. selbst Fischstäbchen herstellen, auf den See fahren oder einfach ein Lagerfeuer machen. Auch Erwachsene können die rustikal-gemütliche Station für private Feiern mieten, Kaffee und Kuchen selbst mitbringen und es sich auf dem großen Anwesen gut gehen lassen.

Künftig möchte Niels Hamann an mehreren Nachmittagen in der Woche Kaffee und Kuchen anbieten, die Ausstellung und die Außenanlagen in Schuss bringen und Naturwissenschaft und Kultur stärker verquicken: Populärwissenschaftliche Vorträge und Exkursionen in die Umgebung wechseln mit Lesungen, Musik und kulinarischen Abenden. Für Wanderer und Radfahrer will die Naturschutzstation Picknickkörbe bereithalten und in Zusammenarbeit mit einem Händler auch einen Fahrradverleih vorhalten. Ein Aktionstag ist für Gründonnerstag, 17. April, gerade in Planung: Um 10 Uhr beginnt in der Naturschutzstation der „Hühnertag“ mit Eierauspusten und -bemalen, mit Brieftauben und fünf Hühnerrassen. Experten klären über Broiler und Hähnchen auf, es gibt Brot aus dem eigenen Backofen, Hühnersuppe und andere Spezialitäten. Außerdem dürfen Kinder auch Hühner selbst rupfen – und ausnehmen.

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