am schweriner See : Naturfreunde entdecken das Werderholz

Brütender Kranich in einem Bruchwald. Mit etwas Glück werden die Naturfreunde ein Nest sehen.
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Brütender Kranich in einem Bruchwald. Mit etwas Glück werden die Naturfreunde ein Nest sehen.

SVZ und BUND stellen schöne Wasserlandschaften der Stadt vor: Sonnabend startet ein geführter Osterspaziergang auf Schelfwerder

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12. April 2017, 23:34 Uhr

Schwerin hat mehr als sieben Seen mit einer facettenreichen Natur. Sie zu entdecken und zu genießen, fällt vielen Schwerinern aber nicht leicht. SVZ und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) laden deshalb ein, bei geführten Exkursionen Schwerins Gewässer und deren Tier- und Pflanzenwelt genauer kennenzulernen. Im Abstand von zwei bis drei Wochen werden Wanderungen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Boot zu verschiedenen Biotopen angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos. Im Vorfeld der Ausflüge, die stets für Familien geeignet sind, wird SVZ die jeweiligen Zielgewässer und deren Flora und Fauna vorstellen. „Wir wollen die Schweriner für die Schönheit der Natur sensibilisieren, damit sie besser geschützt werden kann“, sagt Mareike Herrmann vom BUND, die das Projekt koordiniert.

Der Auftakt der Reihe ist eine Wanderung am Schweriner See, genauer gesagt: eine Exkursion durch das Werderholz. Sie findet Ostersonnabend statt und beginnt um 10 Uhr. Treffpunkt ist die Bushaltestelle Buchenweg vor der Seniorenresidenz Schelfwerder. Geführt wird der Osterspaziergang von Volker Thomas vom BUND. Die Wanderung ist für etwa zwei Stunden konzipiert.

Schelfwerder ist eine Halbinsel und trennt Ziegel- und Heidensee vom Schweriner See. Der Name setzt sich aus Schelfe, also Schilf, und Werder, also Erhebung, zusammen. Hier, am Übergang zwischen Wasser und Land, konnte sich eine vielfältige Naturlandschaft entwickeln. Durch Auswaschung aus dem Geschiebemergel hat sich in Moorbereichen Wiesenkalk abgelagert, Torf konnte aufwachsen. Der Kalk wurde für eine Kalkbrennerei bis nach dem 1. Weltkrieg abgebaut und unter Verwendung von Torf als Brennmaterial wurden hier Ziegel für Arsenal und Schloss gebrannt.

Trotz dieser Nutzung sind naturnahe Buschwindröschen-Buchenwälder, Eichenwälder, breite Röhrichtzonen sowie Erlenbrüche vorhanden. Aus denen ist derzeit ein Knurren und Wok-wok-wok zu hören: Gras- und Moorfrösche rufen lautstark ihre Weibchen. Kraniche bauen im knietiefen Wasser ihre Nester. Im Schilfgürtel brüten Schnatter-, Kolben-, Tafel- und Reiherenten, Graugänse, Blesshühner, Haubentaucher und Gänsesäger. Auch Drosselrohrsänger, Rohrammer und Rohrweihe wohnen hier. Das Werderholz bietet unter anderem Schwarz- und Mittelspecht, Eisvogel, Schwarzmilan, Seeadler und Fledermäusen Unterkunft und Brutplatz.





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