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Wessiner erhalten Gartenplakette : Natur pur bis ans Wohnhaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Wessiner Eheleute Regelindis und Herbert Häußer haben für ihr Kleinod die 300. Plakette „Natur im Garten“ erhalten

von
erstellt am 16.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Ihren naturbelassenen Garten rund um das Niedrigenergiehaus im Wessiner Gartenweg 5 zeigen Regelindis und Herbert Häußer anderen Naturliebhabern nach Anmeldung gern. „Wenn wir nicht gleich ans Telefon gehen, bitte aufs Band sprechen“, fügt Regelindis Häußer an. „Wir sind viel im Garten, da schaffen wir es nicht, jeden Anruf sofort anzunehmen.“ Denn auf dem 2700 Quadratmeter großen Grundstück gibt es immer etwas zu tun. Zwar dürfen sich bei Häußers Pflanzen wie Mohn, Kamille, Gänseblümchen und auch Brennnessel ausbreiten, doch wenn es zu viele werden, müssen sie weichen. Ebenso wie die richtigen Unkräuter. Und auch muss der Rasen zwischen Blumeninseln, Gemüsebeeten und auf der Streuobstwiese gestutzt werden. „Wir wollten das ursprünglich mit der Sense machen“, erzählt Herbert Häußer. Inzwischen greift der Rentner aber zum Rasenmäher– doch längst nicht so häufig wie die Fans von Englischem Rasen. Häußers haben ihr Refugium 2005 naturnah angelegt, heben ökologische Schwerpunkte ganz bewusst hervor, bauen sie aus. Die alten Obstbäume durften stehenbleiben, der Bestand wurde mit jungen Exemplaren alter Sorten ergänzt. Sie pflanzten neue Hecken. Diese dürfen hoch wachsen, damit sie Vögeln Schutz und Nistplatz bieten. Totholz liegt in einer Ecke – als Lebensraum für Insekten.

Das Herz des Gartens ist aber der Kompost, wie Regelindis Häußer betont. Davon gibt es mehr als einen. Am Rande des alten Erdhügels stehen Ringelblume, Malve und Beinwell, es wachsen Kürbis und Zucchini. Nebenan liegt der Grünschnitt, der noch viel Zeit zum Verrotten benötigt. „Wir haben aber auch mehrere Schnellkomposter, dort kommt der Dünger für unseren Bauerngarten her.“ Kunstdünger oder Torf kommt bei Häußers nicht in den Boden. Und auch Pestizide haben im Öko-Garten nichts zu suchen.

Damit wirtschaften Häußers schon lange so, wie es sich die Initiative „Natur im Garten“ wünscht. Auf die wurde Regelindis Häußer aber erst im vorigen Jahr bei der Aktion „Offene Gärten“ aufmerksam. Denn an einem naturbelassenen Refugium entdeckte die ehemalige Lehrerin die Plakette. Sie forschte im Internet nach und meldete ihren Garten und den ihrer Nachbarin Marion Kauffmann an. Eine Gärtnerin vom Trägerverein im MV, dem Landschaftspflegeverband Mecklenburger Endmoräne, schaute sich in Wessin um. Beide Gärten erhielten jetzt die begehrten Plaketten. Häußers die Nummer 300. „Das ist aber reiner Zufall. Der Garten unserer Nachbarin ist genauso schön und wertvoll“, fügt Regelindis Häußer hinzu.

Am 24. und 25. Juni stehen die Tore von 48 dieser Naturgärten in MV offen. Das Kleinod der Häußers ist nicht dabei. Anmeldungen sind aber möglich unter Telefon 03863/522577 oder per E-Mail an herbieregi@t-online.de. In Schwerin öffnen das Balance Naturheilzentrum in Lankow, der Garten an der Naturschutzstation Zippendorf sowie der Dorfschullehrergarten in Mueß. Im Umland kommt der Dichtergarten von Vera Donek bei Alt Meteln hinzu.

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