Zoonachwuchs in Schwerin : Nashornbaby: Ärzte helfen nach

Limpopo während der Narkose: Die Schläuche und Geräte dienen der Überwachung von Atmung und Herzfrequenz.
Limpopo während der Narkose: Die Schläuche und Geräte dienen der Überwachung von Atmung und Herzfrequenz.

Dickhäuter Clara und Limpopo im Schweriner Zoo sollen durch eine künstliche Besamung doch noch Eltern werden

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12. März 2015, 08:00 Uhr

Ein bisschen nervös ist Limpopo schon, geht in seiner Box auf und ab. Ob er ahnt, was auf ihn zukommt? Der Nashornbulle versteht sich nicht mit der Kuh im Stall. „Die Chemie zwischen Limpopo und Clara stimmt nicht“, sagt Schwerins Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora. Deshalb habe es auch mit dem Nachwuchs bisher nicht geklappt. Eine künstliche Besamung soll es nun richten.

Ein Ärzteteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung aus Berlin hat im Nashornstall ein kleines Labor aufgebaut. Die Fachleute um Dr. Robert Hermes wissen, was sie zu tun haben, sind weltweit in Sachen Tierbabys unterwegs. Um an das Sperma von Limpopo zu gelangen, muss der tonnenschwere Dickhäuter zunächst betäubt werden.

Zack – die Narkosespritze aus sicherer Entfernung sitzt. Doch Limpopo scheint eher aufgeregt als entspannt. Pfleger Bernd Tippelt streichelt ihn mit einem Besen. „Ganz ruhig“, flüstert er mit vertrauter Stimme. Medizin und Massage wirken. Limpopo schläft. Die Ärzte können ans Werk gehen, das Ejakulat abnehmen, durchaus ein Kraftakt.

Unter dem Mikroskop wird das Entnommene eingehend untersucht. „Anzahl, Qualität und Beweglichkeit der Spermien sind ausgezeichnet“, schwärmt Zoo-Chef Schikora. Um schnell wieder auf die Beine zu kommen, erhält Limpopo ein Gegenmittel. Es dauert gar nicht lange – und der Bulle ist wieder voll da. Nun kommt Clara an die Reihe. Auch die Nashornkuh wird betäubt. Mit einem Katheder führen die Ärzte das Sperma von Limpopo direkt in Claras Gebärmutter ein.

Limpopo wurde 2001 geboren, Clara ist fünf Jahre jünger. „Beide Nashörner sind im besten Elternalter“, erklärt Schikora. Ob die künstliche Besamung allerdings geklappt habe, werde sich erst in einem halben Jahr zeigen. Insgesamt rund 18 Monate dauere die Tragezeit bei Nashörnern, so der Zoo-Direktor.

Sollte Clara wirklich trächtig werden, dann wird das lang ersehnte Baby ein Abschiedsgeschenk von Limpopo. Der Nashornbulle soll nämlich bereits Anfang April nach Beekse Bergen in den Niederlanden abgegeben werden, wo auch der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Breitmaulnashörner seinen Sitz hat. „Dort warten schon vier Nashornkühe auf Limpopo“, berichtet Schikora. Der Schweriner Zoo selbst werde in diesem Jahr noch eine zusätzliche Kuh und auch einen neuen Bullen bekommen.

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