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Strassenname gesucht : Namensstreit: Breslau oder Wroclaw

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im neuen Wohngebiet Am Sodemannschen Teich in Lankow sollen die Straßen nach Städten in ehemaligen Ostgebieten benannt werden

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Der Ortsbeirat Lankow hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, für die Benennung der Straßen im neuen Wohngebiet Am Sodemannschen Teich Städtenamen wie Danziger, Wolliner, Allensteiner oder Breslauer Straße vorzuschlagen. Die Auswahl erfolgte nach einer Vorlage der Stadtverwaltung aus dem Jahr 2010, die neben den Rubriken „Frauen, die in MV gewirkt haben“, „Berühmte Frauen“, „Ehrenbürger der Stadt Schwerin“, „Bemerkenswerte Mecklenburger“ eben auch die Rubrik „Benennung nach Städten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten“ enthält.

„Warum sich der Ortsbeirat bei den vielen Alternativen ausgerechnet in dieser Rubrik bediente, ist mir unverständlich. Straßen wurden früher nach Orten benannt, wenn es beispielsweise einen geografischen Bezug gab. Die Gadebuscher Straße in Lankow führt nach Gadebusch, die Grevesmühlener nach Grevesmühlen, die Lübecker nach Lübeck. Auch der Neumühler Weg führt nach Neumühle“, sagt Silvia Rabethge, stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende in Lankow. „Ich konnte an der Sitzung leider nicht teilnehmen. Meine Zustimmung hätte der Beschluss des Ortsbeirates aber bestimmt nicht bekommen“, so Rabethge. Denn aus ihrer Sicht gäbe es Alternativen: Lankow habe eine Jahrhunderte alte Geschichte. Diese reicht von einer alten Slawenburg am Lankower See über landwirtschaftliche Traditionen bis hin zu den Ziegeleien, die einst die wirtschaftliche Stärke Lankows ausmachten. Ziegeleiweg, Sodemannscher Teich, Büdnerstraße – da spiegele sich die Geschichte Lankows wider. „Das wäre doch ein guter Ansatz, um auch Namen für die neuen Straßen im Wohngebiet Sodemannscher Teich zu suchen und zu finden. „Natürlich wäre das mit Aufwand verbunden. Dieser lohnt sich aber, sollen doch die neuen Straßennamen nicht schon nach wenigen Jahren wieder ausgetauscht werden.“ Für die ehrenamtlich engagierte Lankowerin ist klar: Eine Mischung der bestehenden Straßennamen mit den Städtenamen im heutigen Polen erschließe sich inhaltlich nicht und könne auch politisch nicht gewollt sein. Deshalb ihr Appell„Noch ist Zeit zum Nachdenken und Handeln – für den Ortsbeirat und die städtischen Gremien, die dann die Entscheidung fällen.“

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