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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. September 2017 | 19:13 Uhr

Namensgeber für neue Straßen gesucht

vom

Stadtverwaltung legt Schweriner Politik Liste mit 138 Persönlichkeiten vor

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2010 | 09:34 Uhr

Schwerin Lucy-Höflich- Straße und Ann-Charlott-Settgast-Straße – wohl nur die wenigsten Schweriner wissen, dass die Namensgeber dieser beiden Straßen in der Landeshauptstadt eine Schauspielerin und eine Schriftstellerin waren. Deshalb hatten die Kommunalpolitiker beschlossen, dass die Oberbürgermeisterin der Stadtvertretung „Vorschläge für Straßennamen für zukünftige neu zu benennende Straßen in Schwerin aus einem Namenspool vorlegt, der namentlich bekannte, nicht mehr lebende Schweriner Persönlichkeiten beinhaltet“. Berücksichtigt werden sollen dabei auch namentlich bekannte Schweriner Opfer sowjetischer Unrechtsjustiz nach dem 2. Weltkrieg.
Jetzt hat Vize-Oberbürgermeister Wolfram Friedersdorff eine Liste mit insgesamt 138 Namen vorgelegt. Sie ist aufgeteilt nach „Frauen, die in MV gewirkt haben“, „Berühmte Frauen“, „Ehrenbürger der Stadt“ und „Bemerkenswerte Mecklenburger“.

Das Spektrum der Namen ist breit, bei den meisten allerdings dürfte der Laie erst einmal zum Lexikon greifen müssen. Die Schriftstellerin Käthe Miethe ist dabei, die Politikerin Holdine Stachel oder die Lyrikerin Gerda Uhthoff. Andererseits umfasst die Liste auch weltweit berühmte Persönlichkeiten wie Jeanne d’Arc, Indira Gandhi und Anna Seghers.

Was die Namensliste noch nicht beinhaltet, sind die Schweriner Opfer sowjetischer Unrechtsjustiz nach dem 2. Weltkrieg. Zwischen 1945 und 1947 wurden vermutlich etwa 30 bis 40 Schweriner Einwohner von sowjetischen Militärgerichten verurteilt und in Schwerin hingerichtet, haben die Experten des Stadtarchivs herausgefunden.

Die Quellenlage sei hier jedoch schwierig und ihre Namen sind nicht immer sicher zu ermitteln. Zwischen 1947 und 1950 wurden keine Todesurteile verhängt. Zwischen 1950 und 1955 wurden insgesamt 29 Schweriner Einwohner in 13 Prozessen von sowjetischen Militärgerichten verurteilt und in Moskau hingerichtet. Dieses Thema sei recht gut erforscht, Namen und Kurz-biografien lägen vor.
Von den 29 erscheinen 10 als ehemalige NSDAP-Mitglieder weniger geeignet, um nach ihnen eine Straße zu benennen, erklärte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow jüngst den Stadtvertretern. „Bevor einzelne Namen verbindlich vorgeschlagen werden, muss im Bundesarchiv in Berlin geklärt werden, ob eine der genannten Personen zwischen 1933 und 1945 der NSDAP angehört hat“, so die Oberbürgermeisterin.

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