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17. November 2017 | 22:35 Uhr

Fahrgäste überrascht : Nahverkehrsstreik in Schwerin

vom

Busse und Bahnen standen für vier Stunden still. Etwa 100 Nahverkehrsbeschäftigte legten in Schwerin die Arbeit nieder. Sie fordern mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Die Passagiere wurden von dem Streik überrascht.

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2015 | 09:07 Uhr

Ein Streik der Busfahrer und Straßenbahnführer hat den öffentlichen Nahverkehr in Schwerin am Dienstagvormittag lahmgelegt. Am zentralen Marienplatz, einem Knotenpunkt für Busse und Bahnen in der Landeshauptstadt, herrschte ungewohnte Ruhe. Lediglich mehr Taxis als sonst waren zu sehen. Menschen, die ans andere Ende der Stadt wollten, warteten zum Teil mehrere Stunden in einer geparkten Straßenbahn. „Hier ist es wenigstens warm“, sagte ein junger Mann.

Der Berufs- und Schülerverkehr war am Morgen noch abgesichert worden, wie die Bezirksgeschäftsführerin der Gewerkschaft Verdi, Ute Evers, sagte. Von 8.00 Uhr an standen Busse und Bahnen dann still. Etwa 100 Fahrer, Mitarbeiter aus Werkstatt und Verwaltung versammelten sich am Busbahnhof. Ein Sprecher der Nahverkehr Schwerin GmbH bestätigte, dass bis auf einzelne Fahrer alle am Streik beteiligt waren. Leider habe die Gewerkschaft den Arbeitskampf nicht angekündigt.

Das ärgerte auch Passagiere wie Gudrun Jahnke, die sich auf dem Marienplatz nach der nächsten Abfahrt erkundigte. Sie war früh noch rechtzeitig zur Arbeit gekommen, hatte aber dann einen Arzttermin verpasst. „Ich lese Zeitung, höre Radio, sehe fern - aber von dem Streik habe ich nichts mitbekommen“, sagte sie. Genervt reagierte auch ein Ticketverkäufer. „Um zwölf fahren die Bahnen wieder“, sagte er ungefragt. Und: Die Fahrgäste hätten Verständnis für den Streik.

Mit dem Streik wollte die Gewerkschaft Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen bei dem Nahverkehrsunternehmen machen. Die Gewerkschaft fordert für die 210 Mitarbeiter eine spürbare Lohnerhöhung und höhere Zuschläge, außerdem eine Verkürzung der Arbeitszeit und 30 Tage Urlaub für alle Beschäftigten. Die nächste Tarifrunde ist am Donnerstag geplant. „Wir hoffen, dass dann ein ordentliches Ergebnis dabei rauskommt“, äußerte Ute Evers.

Das Nahverkehrsunternehmen war nach Gewerkschaftsangaben 2003 aus dem kommunalen Arbeitgeberverband ausgetreten und in den Arbeitgeberverband der privaten Omnibusunternehmen eingetreten, um Lohnkosten zu sparen. Nun seien dem Arbeitgeber die Lohnkosten im jetzigen Haustarifvertrag wieder zu hoch, kritisierte Evers.

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