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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 23:32 Uhr

Schwerin : Nahverkehr schlägt 20 Prozent auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geschäftsführer Norbert Klatt begründet Preisanstieg mit Rotstift-Politik der Stadt / SVZ-Umfrage: Anhebung in Etappen wäre besser

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Glücklich sei er nicht über die Fahrpreis-Erhöhung, sagt Nahverkehrschef Norbert Klatt. Aber angesichts des noch einmal zusammengestrichenen Zuschusses aus der Stadtkasse gäbe es keine Alternative. 1,80 Euro statt wie bisher 1,50 Euro soll der Einzelfahrschein im Stadtgebiet vom 1. Dezember an kosten. Für das gesamte Netz werden 2,80 Euro statt 2,30 Euro fällig. Der Preis für die Monatskarte im Stadtnetz erhöht sich von 38 Euro auf 45,60 Euro, im Gesamtnetz von 58 Euro auf 69,60 Euro. Auch die Preise für alle anderen Tickets steigen.

Auf seiner Sitzung am Dienstagabend hatte der Aufsichtsrat des Schweriner Nahverkehrs die Tarifanhebung beschlossen (wir berichteten). „Eine Erhöhung aller Tarife um 20 Prozent ist unabwendbar“, hatte Aufsichtsratsvorsitzender und CDU-Stadtvertreter Gert Rudolf erklärt. Als Gründe nannte er neben dem geringeren städtischen Zuschuss unter anderem auch den Wegfall der Erträge aus dem Ola-Eisenbahnunternehmen und die kontinuierlichen Lohnanpassungen beim Nahverkehr.

Nach Angaben von Geschäftsführer Klatt erhält der Nahverkehr im kommenden Jahr von der Stadt nur noch 2,6 Millionen Euro statt wie in diesem Jahr 3,4 Millionen. Konstant bleibe lediglich der Betrag, den die Kommune vom Land an das Verkehrsunternehmen weiterreiche: 1,6 Millionen Euro.

Mehr als 9 Millionen Fahrgäste zählte der Nahverkehr in den ersten sieben Monaten dieses Jahres, rund zwei Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2013, wie Klatt betont. Die Anhebung des Fahrpreises um 20 Prozent könnte das Unternehmen nach internen Berechnungen etwa 6,5 Prozent der Fahrgäste kosten, aufs Jahr gesehen rund eine Million.

Um wenigstens einen Teil dieser Kunden in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs zu halten, hat der Aufsichtsrat grünes Licht für die von Teilen der Stadtpolitik geforderte Wiedereinführung eines Kurzstrecken-Tickets gegeben. Es gilt für vier Stationen, die Einstiegshaltestelle schon mitgerechnet. Preis: 1,50 Euro. „Der neue Fahrschein ist ein zusätzliches Angebot für kleine Wege, aber keine Ermäßigung“, sagt Klatt. Mit seinen Tarifen bewege sich der Nahverkehr insgesamt noch immer unterhalb des Niveaus in vergleichbaren Städten, unterstreicht er. So koste der Einzelfahrschein in Rostock oder Gera 1,90 Euro.



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