zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

19. August 2017 | 07:41 Uhr

Schwerin : Nähen wie die Weltmeister

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hochbetrieb in der Schneiderei des Staatstheaters: Für die Schlossfestspiele werden 300 Kostüme gebraucht

Wenn Amneris, die ägyptische Königstochter, die Bühne der Schlossfestspiele auf dem Alten Garten betritt, trägt sie – wie für eine Prinzessin angemessen – einen prächtigen, mit Goldpailletten bestickten Seidenmantel mit Schleppe. Doch den bekommt man nicht im Laden. Die Theaterschneiderei muss ran. Und auch für Aida, Radames, Ramphis und die anderen Solisten müssen Kostüme geschneidert werden. Seit März rattern deshalb die Nähmaschinen fast ohne Unterlass in den Theaterwerkstätten über dem Kulissenhaus.

„Insgesamt werden für die diesjährige Inszenierung rund 300 Kostüme gebraucht. Einen Teil davon können wir aus unserem Fundus nehmen, dann haben wir auch einige Gruppensätze, zum Beispiel Uniformen, neu gekauft, aber die anderen mussten wir selbst anfertigen“, berichtet Ralf Christmann, der Chef der Kostümbildner des Theaters. Dabei sei sehr kooperativ mit Romaine Fauchere, die für Bühnenbild und Kostüme der Sommeroper verantwortlich zeichnet, zusammengearbeitet worden. „Es gibt bei den Proben immer Änderungswünsche“, sagt Christmann. Manches lasse sich leicht umsetzen wie etwa der Kostümwechsel für den Boten, der nicht im Smooking, sondern jetzt in einem Geschäftsanzug kommt. Anderes koste Zeit, wie zum Beispiel die Kostüme der 36 Priesterinnen einzufärben. „Aber wir schaffen das“, versichert Christmann. Denn die besondere Qualität dieser Abteilung des Schweriner Theaters sei, dass alle an einem Strang ziehen, sich alle mitverantwortlich fühlen und unbedingt wollen, dass alles rechtzeitig fertig ist, betont der Chef der Kostümabteilung.

Hinzu kommt die Erfahrung. Denn Schlossfestspiele als zusätzliche Herausforderung zum normalen Spielplan veranstaltet das Theater schon zum 24. Mal. So hat die Schneiderei die Konfektionsgrößen des kompletten Ensembles und auch des Extrachores. Und von Gästen wurden diese schon im Vorfeld angefordert, so dass die Schneiderinnen frühzeitig mit der Arbeit beginnen konnten. „Und wenn während der Vorstellungen noch Kleinigkeiten anfallen, lösen unsere Ankleiderinnen diese, denn viele sind gelernte Schneiderinnen“, sagt Christmann.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen