Sammler unterwegs : Nachts auf Pilzsuche in der Lewitz

Da war die Freude groß:  ein Baumstubben voller Stockschwämmchen. Das sind beliebte Speisepilze Fotos: Reinhold Krakow (2)
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Da war die Freude groß: ein Baumstubben voller Stockschwämmchen. Das sind beliebte Speisepilze Fotos: Reinhold Krakow (2)

Mit Stirnlampen ausgerüstet starteten Pilzfreunde in Bahlenhüschen zur mehrstündigen Tour: Schöne Exemplare gefunden

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29. August 2016, 16:00 Uhr

Der erste Pilz ließ nicht lange auf sich warten. Am Rastplatz in Bahlenhüschen in Nähe des Forsthofes hatte der elfjährige Jonas, der in Begleitung seiner Mutter Irina Dombrowa mitwanderte, ihn schnell entdeckt: einen Leberpilz, auch als Leberreischling bekannt, der am Fuße einer Eiche wächst. Dieses Exemplar schien schon älter zu sein. Jung sei der Pilz essbar, ältere Exemplare aber werden aber zäh und holzig, erklärte Reinhold Krakow vom mykologischen Informationszentrum Steinpilz Wismar.

Der Pilzberater hatte Freitagabend zur Pilzwanderung bei Nacht eingeladen. Von Bahlenhüschen aus ging es über die Gaartzer Brücke den Störkanal entlang in Richtung Banzkow. An die 15 Interessierte fanden sich ein. Karola Friedrich aus Schwerin kennt die Ecke, Pilze gesammelt habe sie hier aber noch nicht, und schon gar nicht bei Nacht, sagt die 66-Jährige schmunzelnd. Auch Carola Schnell (55) aus Wismar war gespannt auf das, was da kommt. Ein erfahrener Pilzsammler ist Hans Jürgen Willsch aus Wismar. Mit 78 Jahren war er der älteste Teilnehmer, jüngster war Jonas Dombrowa.

Wer an diesem Abend selbst keine Stirn- oder Kopflampe dabei hatte, konnte sich eine ausleihen. Kaum ein paar Meter gegangen, entdeckten die Pilzfreunde Schopf-Tintlinge. „Das sind sehr schmackhafte Speisepilze“, erklärte Krakow. Sie werden auch Spargelpilz genannt. Entdeckt wurden später noch Schirmpilze, Maronenröhrlinge und essbare Täublinge – und Stockschwämmchen.

Nicht jeder in der Runde war darauf aus, den Pilzkorb zu füllen. Einigen Wanderern war die Nachtwanderung an sich wichtig gewesen. Und in der Tat sei es zum Teil sehr romantisch gewesen, versichert der Pilzberater. Am Himmel leuchteten Sterne, der Waldkauz war zu hören…

Gegen Mitternacht erreichten die Pilzsammler den Rastplatz „Am Wasserloch “. Hier laden Wanderhütten mit Tischen und Bänken zum Verschnaufen ein. Der richtige Ort für das Picknick: Zur Auswahl standen Pilzsuppe, Milchreis und Pellkartoffeln mit Kräuterquark.

Sieben Kilometer legten die gut gelaunten Pilzsammler zurück Gegen 1.30 Uhr erreichten sie ihr Ziel und fuhren mit den Autos nach Hause.

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