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Finale der Schlossfestspiele : Nach Nabucco kommt La Traviata

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit der 23. Vorstellung endeten gestern die diesjährigen Schlossfestspiele. Intendant zeigt sich zufrieden und blickt schon voraus

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Zeitgemäßer hätte eine künstlerische Inszenierung gar nicht sein können, angesichts der Ereignisse im Nahen Osten. Mit der Schlussszene, als Nabucco, König von Babylon, zusammen mit dem Volk Israels Jehova und die wiedergewonnene Freiheit preist, gingen die diesjährigen Schlossfestspiele mit dem Neustart der Oper von Giuseppe Verdi gestern Abend mit viel Applaus für die Akteure zu Ende. Die Oper hat einerseits das Streben des jüdischen Volkes nach Freiheit zum Thema, andererseits einen Titelhelden, der sich zum Gott machen will, mit Wahnsinn geschlagen und erst durch seine Bekehrung zum Gott der Hebräer geheilt wird. Der aktuelle Krieg zwischen Israel und der palästinensischen Hamas ist allgegenwärtig – wenn auch nie gedacht oder gewollt, als Verdi die Oper schrieb oder Georg Rootering sie für Schwerin inszenierte.

Bei 23 Vorstellungen hätten mehr als 41 000 Zuschauer „Nabucco“ sehen können, mit rund 150 Mitwirkenden auf der Bühne, darunter 21 Solisten unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Daniel Huppert. Beeindruckend dabei auch das monumentale Bühnenbild aus zwei 27 Meter breiten, farbig verkleideten Stahlkonstruktionen, die es in dieser Größe noch nie zuvor auf dem Alten Garten gab – und was auch für Kritik gesorgt hatte, da Zuschauer das Schloss nicht mehr sehen konnten. „Im nächsten Jahr wird es wieder einen freien Blick auf das Schloss geben. Bei ,La Traviata‘ werden wir das Schlossensemble mehr ins Bühnenbild einbinden“, versprach Generalintendant Joachim Kümmritz. Eigentlich sollten Teile der Nabucco-Bühne dafür genutzt werden, das sei jedoch nicht möglich.

Dennoch zeigte sich der Intendant sehr zufrieden. Insgesamt 32 000 Besucher zählten die diesjährigen Schlossfestspiele. „Das hatten wir so erhofft“, sagt Kümmritz. 60 Prozent von ihnen waren Schweriner, die übrigen kamen von außerhalb, um Verdis Oper zu erleben. Auch finanziell seien die Schlossfestspiele ein Erfolg gewesen: Rund 175 000 Euro konnte das Mecklenburgische Staatstheater zusätzlich einnehmen. Möglich machte das auch der hohe Kartenpreis von durchschnittlich 63,70 Euro.

Insgesamt hatte das Staatstheater in der nun beendeten Spielzeit 700 Veranstaltungen auf die unterschiedlichen Bühnen gebracht. Das wird in der kommenden Saison schwieriger. Durch die Personal- und Gehaltskürzungen haben beispielsweise die Musiker Kümmritz zufolge zu den 45 Tagen Urlaub weitere rund 30 Tage frei. Die Schlossfestspiele mit „La Traviata“ werde es aber garantiert geben – und natürlich auf dem Alten Garten. Für den Spielort gäbe es auch Unterstützung aus dem Land: Welterbe und Schlossfestspiele passen gut zusammen.

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