Weiterbau der A 14 : Nach Kahlschlag: Aufforstung und Waldumbau

<strong>Kahlschlag</strong> <fettakgl>zwischen Neustadt-Glewe und Wöbbelin: </fettakgl>Die A 14 zerschneitet eines der größte Waldgbiete Westmecklenburgs. <foto>Torsten roth</foto>
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Kahlschlag zwischen Neustadt-Glewe und Wöbbelin: Die A 14 zerschneitet eines der größte Waldgbiete Westmecklenburgs. Torsten roth

Für den Weiterbau der A 14 vom Dreieck Schwerin bis zur Landesgrenze mit Brandenburg müssen insgesamt 202 Hektar Wald weichen. Die Autobahn zerschneidet eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Westmecklenburg.

svz.de von
07. Januar 2013, 06:50 Uhr

Wöbbelin | Für den Weiterbau der A 14 vom Dreieck Schwerin bis zur Landesgrenze mit Brandenburg müssen insgesamt 202 Hektar Wald weichen. Die Autobahn zerschneidet eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Westmecklenburg. Seit dem vorigen Jahr wird bereits auf dem nördlichen und längeren der beiden Teilabschnitte gebaut (SVZ berichtete): Bei Wöbbelin und Neustadt-Glewe ist nach dem Kahlschlag die künftige Autobahntrasse bereits sehr gut erkennbar. Allein hier müssen auf 147 Hektar Bäume abgenommen werden - ehemaliger Wald wird zur Autobahn. Wie bei solchen Großprojekten üblich, ist auch klar geregelt, dass für solch massive Eingriffe in die Natur ein Ausgleich geschaffen werden muss. Auf insgesamt 540 Hektar soll neuer Wald angepflanzt werden. Auf weiteren 231 Hektar wird der Wald "umgebaut". Die Ausgleichsprojekte sollen dabei immer nah an der Stelle realisiert werden, an der die Natur zerstört bzw. beeinträchtigt wird.

Besonders stark betroffen vom ersten Bauabschnitt des A-14-Weiterbaus ist die Region Ludwigslust. Von den 147 Hektar Wald, die hier verloren gehen, liegen 95 Hektar im Bereich des Forstamtes Ludwigslust und 52 Hektar im Forstamt Jasnitz. Zu den Ausgleichsprojekten für den ersten Bauabschnitt gehören Ersatzaufforstungen auf rund 410 Hektar, berichtet der Ludwigsluster Forstamtsleiter Dr. Holger Voß. 220 Hektar davon entfallen auf Ludwigslust, auf Jasnitz etwas mehr als 92 Hektar. Weil es in den direkt betroffenen Regionen nicht genügend Flächen gibt, wird auf Nachbargebiete ausgewichen. Knapp 86 Hektar Aufforstungsfläche gehören zum Forstamtsbereich Friedrichsmoor, weitere 12,5 Hektar zu Wredenhagen. "Wir haben dennoch einen guten Ausgleich für unsere Region hinbekommen", ist Dr. Voß überzeugt.

Mit dem Anpflanzen von neuem Wald allein ist es nicht getan. Die Förster sollen mit weiteren Projekten den Wald attraktiver machen und die Artenvielfalt gewährleisten. Dazu zählen die Vernässung von Waldwiesen und Erlenwald. Auch die neu entstehenden Waldränder müssen die Förster im Blick haben. Hier wird ein dichter Bewuchs - vor allem mit Laubbäumen und Sträuchern - angestrebt. Solch ein Bewuchs ist nicht nur gut für die Artenvielfalt: Dieser Waldrand ist auch nicht so anfällig gegen Windschäden, schützt die Kulturen dahinter. Das Thema Artenschutz ist damit noch nicht abgehandelt: Die Ludwigsluster Forstamtsmitarbeiter sollen 90 Nisthilfen für Fledermäuse und 40 Nisthilfen für Vögel aufstellen.

Die Umsetzung aller Ausgleichsprojekte wird Jahre in Anspruch nehmen. Denn gerade beim Anlegen von neuem Wald müssen die bestehenden Pachtverträge mit den heutigen Nutzern der Aufforstungsflächen berücksichtigt werden. Welche Flächen zu Wald werden, ist aber bereits genau geplant. Wenn möglich, wird der neue Wald auf Flächen des Landes und von Kommunen angepflanzt.

Die Mecklenburger Ausgleichsprojekte an der A 14 in Sachen Wald kosten mehrere Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Gesamttopf für den Autobahnbau. Insgesamt geht es um den Lückenschluss zwischen Schwerin und Magdeburg. 155 Kilometer Autobahn sollen hier gebaut werden. Die Gesamtkosten werden auf 1,25 Milliarden Euro geschätzt. Komplett fertig sein soll die A 14 frühestens im Jahr 2020.

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