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Kindeswohlgefährdung in Schwerin : Nach Hafenfest: Baby wieder bei Mutter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei ermittelt gegen betrunkene Eltern, Jugendamt geht Hinweisen auf Verletzung der Fürsorgepflicht nach

Befindet sich das Baby noch in der Obhut des Kinder- und Jugendnotdienstes? Wurde das angekündigte Gespräch mit der Mutter geführt? Nach dem schockierenden Zwischenfall am Freitagabend beim Hafenfest stellen sich viele Fragen. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatte ein angetrunkener Vater mit seiner sieben Monate alten Tochter vor den dröhnenden Lautsprechern getanzt und das Kind dann der ebenfalls alkoholisierten Mutter übergeben. Eine Zeugin verständigte die Polizei, die wiederum den Kinder- und Jugendnotdienst einschaltete.

Der Notdienst verweist auf SVZ-Anfrage an die Stadt, die aber gibt sich bedeckt. Nur so viel: Das Mädchen sei inzwischen wieder bei seiner Mutter. „Das Jugendamt wird den Hinweisen auf Verletzung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht nachgehen, dazu Kontakt zur Familie aufnehmen und einen Vororttermin vereinbaren“, sagte Stadtsprecherin Michaela Christen.

Polizeisprecher Steffen Salow fand gestern klarere Worte: „Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht.“ Der 31 Jahre alte Vater wie auch die 29-jährige Mutter seien wegen anderer Delikte bekannt, berichtete Salow. Zugleich begründete er noch einmal das konsequente Vorgehen der Polizei am Freitag. Mehr als zwei Promille Alkohol habe der Vater intus gehabt, bei der Mutter seien knapp 1,6 Promille gemessen worden. Während der Vater gegen 22.15 Uhr mit dem kleinen Kind vor der Bühne getanzt habe, habe die Mutter zusammengesunken in der Nähe der Bühne gesessen, so der Polizeisprecher. Nach einem Gespräch mit den Eltern hätten die Beamten keine andere Möglichkeit gesehen, als den Kinder- und Jugendnotdienst zu rufen.

Der Notdienst nahm das Mädchen vor Ort in seine Obhut. „Mit der Mutter wurde ein Termin für den folgenden Tag vereinbart“, sagte Salow. Dass die Polizei in der geschilderten Form eingegriffen habe, komme äußerst selten vor.

Ausdrücklich dankte der Polizeisprecher der 36-jährigen Frau aus Wismar, die aus Sorge über das wegen der lauten Musik weinende Baby die Polizei informiert habe. „Die Zeugin hat sehr verantwortungsbewusst gehandelt“, betonte Salow. Auch Stadtsprecherin Christen bedankte sich im Namen des Jugendamtes für das „beherzte Handeln“ der Augenzeugen auf dem Hafenfest.




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