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Holzlager in Uelitz : Nach Großbrand: Produktion startet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Firma Green Carbon will aus Holzresten und Grünschnitt Kohlenstoff gewinnen – für Industriefilter, fürs Grillfeuer und für den Garten

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 20:45 Uhr

Das Feuer auf dem Firmengelände von Green Carbon bei Uelitz ist aus. Nur die letzten Reste des Grünschnitts und der Holzreste qualmen. Feuerwehrleute aus Sülte, Sülstorf und Boldela löschen heute Vormittag den auseinander gezogenen Berg komplett ab. „Wir haben Glück gehabt – und viele tolle Helfer.“ Das sagt Geschäftsführer Christoph Heimer. Er selbst hat in den zurückliegenden drei Tagen ebenfalls kaum Schlaf bekommen, angepackt, wo es nur ging. „Nächste Woche wollen wir anfangen“, richtet er den Blick nach vorn. „Und dabei soll es blieben.“

Dank des Dauereinsatzes von etwa 100 Feuerwehrleuten und weiteren Helfern am Wochenende (SVZ berichtete) sei es möglich, den Eröffnungstermin der Firma zwischen Uelitz und Sülte zu halten. Denn die moderne Pflanzenkohle-Anlage blieb unversehrt. „Da gewinnen wir Kohlenstoff aus Holz und Pflanzenresten“, erläutert Heimer. Und er betont, „aus unbehandelten Naturprodukten“.

Zwei Produktionslinien gibt es in der Firma. Aus den Eichen-, Buchen- und Eschenstämmen, die für die Möbelindustrie nicht in Frage kommen, wird Kohlenstoff für die Herstellung von Industriefiltern gewonnen. Zugleich entsteht Grillkohle. „Zum Glück blieb auch das Hartholzlager komplett verschont“, fügt Heimer hinzu. Denn den Feuerwehrleuten ist es gelungen, den Brand auf den Berg aus Grünschnitt und Holzresten zu beschränken. Dieser Berg sollte das Material für die zweite Produktlinie liefern: Terra Preta – schwarze Erde. So um die 10 0000 Kubikmeter unbehandelte Pflanzenabfälle lagerten in einem der alten Silos. Die sollten demnächst durchgesiebt werden. Die Holzreste kommen in die Pflanzenkohle-Anlage. Das schon angerottete Material wird kompostiert und zu schwarzer Erde.

Bei dem starken Gewitter Ende August muss aber sehr viel Wasser in den Holzhaufen gelaufen sein, Gewicht und Druck nahmen stark zu . Und so kam es zur Selbstentzündung in dem Berg aus Pflanzenresten. Davon geht nicht nur Christoph Heimer aus. Die Feuerwehrleute, die am Freitag zuerst auf dem Firmenareal eintrafen, stellten an zwei Stellen Schwelbrände inmitten des Lagergutes fest. „Das Feuer begann im Inneren, nicht außen“, unterstreicht der Ludwigsluster Amtswehrführer Dirk Hochschild. Und auch der Ludwigsluster Polizeisprecher Klaus Wiechmann sagte heute am SVZ-Telefon, dass die Polizei von Selbstentzündung ausgehe. Anzeichen für eine Straftat fanden die Beamten bislang nicht.

Christoph Heimer schreibt zudem das am Freitag in Brand geratene Lagergut noch längst nicht ab. „Einen Großteil konnten die Feuerwehrleute ja abtragen, bevor es sich entzündet hatte“, betont der Geschäftsführer. Und auch das abgelöschte Material kann getrocknet, gesiebt und danach in die Pflanzenkohle-Anlage eingespeist werden. „Dort wird es komplett verkohlt.“

Die Produktion wollte die Firma Green Carbon eigentlich im Frühjahr beginnen. Doch der Start verzögerte sich, wurde auf Mitte September verlegt. Christoph Heimer möchte jeden weiteren Zeitverzug vermeiden. Schon seit 2013 ist die Firma dabei, sich zwischen Uelitz und Sülte anzusiedeln. Vor allem Hartholz aus der Region soll hier verarbeitet werden. Hinzu kommen Grünschnitt und andere Pflanzenabfälle. Und auf der einstigen Siloanlagen betreibt die Firma Rokom einen Recyclingshof. Grünschnitt und Rohstoffe werden dort angenommen, sortiert und kompostiert. „Wir arbeiten mit Rokom zusammen, nehmen unbehandelte Pflanzenstoffe rüber in unsere Produktion“, erläutert Heimer. Rokom blieb vom Großbrand übrigens komplett verschont. Die Feuerwehrleute konnten ein Ausbreiten des Feuers in diese Richtung verhindern. Und bei Rokom lief trotz des Brandes und des Löscheinsatzes der Geschäftsbetrieb weiter. Auch heute brachten Einwohner Grünschnitt dorthin.

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