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Brüder zurück von Abenteuertour : Muttis Golf in Afrika unterm Hammer

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Er hat durchgehalten: Jens und Daniel Zapel sind mit dem alten VW Golf, Baujahr 92, ihrer Mutter von Gottmannsförde bis nach Banjul gefahren. Ihre lange geplante Hilfstour war ein voller Erfolg und ein tolles Erlebnis.

Gottmannsförde | Er hat durchgehalten: Jens und Daniel Zapel sind mit dem alten VW Golf II, Baujahr 1992, ihrer Mutter von Gottmannsförde bis nach Banjul gefahren. Ihre lange geplante Hilfstour, bei der sich die Brüder einem Konvoi des Dresdner Vereins Breitengrad anschlossen (SVZ berichtete), war ein "voller Erfolg und ein tolles Erlebnis", berichten die jungen Männer nach ihrer Rückkehr.

Es waren exakt 7198 Kilometer - quer durch Westeuropa und entlang der westafrikanischen Atlantikküste - die Jens und Daniel Zapel im Golf zurücklegten. Zwanzig Tage lang saßen die Brüder abwechselnd hinterm Steuer. Der VW brachte sie sicher nach Afrika. "Wir hatten nur eine kleine Havarie zu überstehen", erzählt Jens Zapel. Schon in der Wüste kam das Fahrzeug einmal von der Spur ab, rutschte eine Düne herunter und blieb stecken. Dabei wurde eine Achsmanschette beschädigt. "Das konnte aber gleich vor Ort repariert werden", ergänzt Daniel Zapel. Am Zielort Banjul standen 150 241 Kilometer auf dem Tacho. In der Hauptstadt von Gambia wurde das Fahrzeug Anfang Dezember mit 25 anderen für Hilfsprojekte in dem westafrikanischen Land versteigert. "Umgerecht 1600 Euro hat allein unser Golf gebracht", erzählt Daniel Zapel stolz. "Mit so einem Preis hatten wie niemals gerechnet." Doch deutsche Automarken sind bei den Einwohnern in Gambia eben sehr beliebt. Und der Golf erzielte sogar einen besseren Preis als einige der ansonsten sehr gefragten Kleinbusse. Nach der Versteigerung sahen sich Jens und Daniel, wie auch die anderen Teilnehmer am Hilfskonvoi, die vom Dresdner Verein geförderten Projekte an. Die beiden Mecklenburger legten fest, dass ihr Spendengeld sowie auch die von ihnen mitgenommenen Hilfsgüter an eine Schule und an eine Krankenstation in einem Vorort von Banjul gehen. "Wie wir dort aufgenommen wurden, das war schon toll", erzählt Daniel. Doch mit offenen Armen und großer Gastfreundschaft wurden die Teilnehmer der Tour überall, auch schon bei den Zwischenstopps, begrüßt. "Selbst die Polizisten und Militärangehörigen, die den Konvoi in Afrika zum Schutz der Europäer begleiteten, wurden immer hilfsbereiter, je länger sie gemeinsam mit den Deutschen unterwegs waren", sagt er.

Jens und Daniel Zapel wissen aber auch, dass diese Tour eben dank dieser Schutzmaßnahmen und der Regie der Dresdner Organisatoren so erfolgreich ablief. "Allein wäre das viel zu gefährlich gewesen", ist Jens Zapel überzeugt. Beispielsweise hatten die Fahrer aus der Breitengrad-Gruppe an keiner Grenze Schwierigkeiten. Zoll- und Passkontrollen liefen reibungslos ab. "Die Dresdner organisieren ja zweimal im Jahr solch eine Tour", erläutert Daniel Zapel. Die Brüder können sich auch vorstellen, in ein paar Jahren durchaus nochmals so etwas mitzumachen. "Aber unbedingt wieder in so einem Team", ergänzt Jens.

Diese Reise war das erhoffte, große Abenteuer, das die Brüder unbedingt gemeinsam unternehmen wollten. Gut 5000 Euro haben sie aus eigener Tasche dafür investiert. "Ohne die Unterstützung vieler Freunde und vor allem unserer Eltern wäre das nicht möglich gewesen", betonen sie. Zurück nach Deutschland haben sie neben einigen Souvenirs vor allem unzählige Eindrücke mitgenommen - wie die nächtliche Stille in der menschenleeren Wüste, Verkehrschaos in den afrikanischen Großstädten, ungehemmte Lebensfreude trotz bitterer Armut… "Das müssen wir erst einmal alles verarbeiten", berichtet Jens Zapel.

Doch zunächst stehen andere Dinge an. Der Speditionskaufmann Jens Zapel, der in Gambia seinen 26. Geburtstag feierte, ist inzwischen wieder bei seiner Arbeit zu finden. Der 22-jährige Daniel bereitet sich indes schon auf seine nächste große Reise vor. Im Januar geht es nach Neuseeland. Für ein halbes Jahr heißt es "Arbeiten und Reisen", bevor er dann im Herbst ein Studium für Betriebswirtschaft/Logistik beginnen möchte.

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erstellt am 20.Dez.2011 | 08:47 Uhr

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