Mutter und Kind entkommen Feuer

Heikel: Während die Feuerwehr mit einem Leiterwagen den Wohnungsbrand löscht, befinden sich die Bewohner in der gegenüberliegenden Wohnung, die sie wegen der Rauchentwicklung im Treppenhaus nicht verlassen können.Reinhard Klawitter
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Heikel: Während die Feuerwehr mit einem Leiterwagen den Wohnungsbrand löscht, befinden sich die Bewohner in der gegenüberliegenden Wohnung, die sie wegen der Rauchentwicklung im Treppenhaus nicht verlassen können.Reinhard Klawitter

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16. Juni 2010, 09:37 Uhr

grosser Dreesch | Weinend rennen drei Frauen und ein Mädchen aus dem Mehrfamilienhaus in der Andrej-Sacharow-Straße 32. Eine der Frauen trägt ein Baby auf dem Arm. Es weint. Rettungskräfte begleiten die drei zu einem Krankenwagen. Die Wohnung im dritten Obergeschoss, in der die Mutter nach Angaben von Anwohnern mit ihrem Kind wohnt, ist ausgebrannt. Die 31-Jährige und ihr Sohn werden sofort ins Krankenhaus gebracht. Bei beiden besteht Verdacht auf eine Rauchvergiftung. Nach Informationen einer Anwohnerin ist das Baby elf Monate alt.

Frau und Baby bei Ausbruch des Feuers nicht in ihrer Wohnung

Nach ersten Angaben von Einsatzkräften war das Feuer im Schlafzimmer der Wohnung ausgebrochen. Mutter und Kind befanden sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung der Nachbarin. Dort waren außerdem die minderjährige Tochter der Mieterin und eine weitere Frau. Als die Frau den Brand in ihrer Wohnung bemerkte, öffnete sie die Tür. Offenbar wollte sie ihre Katze retten. Ihr schlugen jedoch schon die Flammen aus der geöffneten Tür entgegen. Daraufhin flüchtete die Frau wieder in die Wohnung der Nachbarin. Nach Angaben eines Feuerwehrmanns verhielt sich diese fachkundig. Geistesgegenwärtig legte sie nasse Handtücher vor den Türspalt, um das Eindringen des Rauchs zu verhindern. "Sie ist ja auch Rettungsassistentin", erklärte eine Anwohnerin. Anschließend flüchteten die Fünf auf den Balkon und warteten auf Hilfe.

Die eintreffende Feuerwehr konnte die Frauen zuerst nicht aus der Wohnung retten. Die Rauchentwicklung war zu stark, der Hausflur wegen des heftigen Qualms nicht zu betreten. Nur mit Atemschutzmasken konnten die Feuerwehrmänner in das Haus vordringen. Erst nachdem das Feuer gelöscht und der Rauch abgezogen war, konnten die Einsatzkräfte die Nachbarwohnung evakuieren. In der Wohnung fand die Feuerwehr später auch die verbrannte Katze der Bewohnerin. Sie hatte sich nicht aus den Flammen retten können.

"Da haben die Bewohner großes Glück gehabt", schätzte Schwerins Polizeisprecher Klaus Wiechmann die Situation ein. Der Brand hätte auch weitaus schlimmer ausgehen können. "Die Feuerwehr wurde schnell verständigt und hatte es nicht weit zur Wohnung", fügte der Polizeisprecher hinzu. Offenbar hatte eine Postbotin als erste die Feuerwehr alarmiert, erinnerte sich eine Frau aus dem Nachbarhaus. "Ich hatte der Frau noch vor zwei Wochen gesagt, dass sie sich Rauchmelder kaufen soll", sagte eine andere Anwohnerin.

Das Haus gehört der Wohnungsgesellschaft Schwerin. WGS-Mitarbeiterin Kerstin Freitag sicherte den Bewohnern die Hilfe der Baugesellschaft zu. "Wenn die Bewohner wollen, werden wir sie in einem Hotel unterbringen", so Freitag. Die Feuerwehr war mit zwei Lösch-, einem Leiterwagen und 18 Einsatzkräften vor Ort. Die Brandursache konnte bislang noch nicht geklärt werden.

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