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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 11:49 Uhr

Musikbegeistert : Musikstadt beflügelt Jugend

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Phänomen: Schwerin hat im Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ fast so viele Preisträger wie Rostock Teilnehmer

von
erstellt am 03.Feb.2015 | 12:00 Uhr

54 Musikschüler aus Schwerin und Umgebung haben sich mit ersten Preisen beim Regionalausscheid des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ für das Landesfinale qualifiziert – fast so viele, wie in Rostock überhaupt an den Start gegangen sind. Was ist das Besondere an Schwerin, dass es hier so viele junge Musiktalente gibt?

„Das kulturfreundliche Klima und die Tradition sind entscheidende Standortvorteile“, sagt Volker Ahmels, Landesvorsitzender von „Jugend musiziert“ und Direktor des Schweriner Konservatoriums. Und er lobt die gute Vernetzung und Zusammenarbeit vieler Partner in der Stadt: „Wir haben das jetzt gerade wieder beim Regionalwettbewerb gespürt. Der immense organisatorische Aufwand ist nur dank gut funktionierender Infrastruktur und kooperativer Atmosphäre leistbar.“ Nur so könne Schwerin auch den Landesausscheid des Wettbewerbs im März ausrichten.

Es gibt aber noch weitere Impulsgeber für Schwerins reiche Musiklandschaft – die beiden großen Musikschulen, das städtische Konservatorium und die von einem Verein getragene Kunst- und Musikschule Atraxia – haben insgesamt rund 3000 Schüler. Das sind vor allem das Staatstheater und die Staatskapelle. Denn dank ihnen sind Musik und Musiker in Schwerin omnipräsent. Viele Berufsmusiker wirken in ihrer Freizeit in kleineren Formationen, Kammerorchestern oder Chören mit oder unterrichten nebenberuflich. So haben die Musikschüler stets professionelle Musiker zum Vergleich, zur Inspiration und zum Ansporn. Wie im Jugendsinfonieorchester. Dort musizieren Schüler des Konservatoriums und von Ataraxia gemeinsam mit Profis von der Staatskapelle.

Die Zahl der Musikschüler schlägt sich aber nicht automatisch in den Teilnehmerzahlen des Talentförderwettbewerbs nieder. Beim Regionalwettbewerb starteten insgesamt 86 Schüler des Konservatoriums und von Ataraxia, aber nur 13 von der Musikschule Ludwigslust-Parchim, sieben von der Musikschule Wismar, neun von privaten Musikerziehern und fünf aus anderen Einrichtungen. Sind Schwerins große Musikschulen also besonders leistungsorientiert?

„Wir gehen nicht auf Trophäenjagd. Erfolg ist nicht in erster Linie der Preis, sondern das Vermögen, ein Repertoire zu erarbeiten und zusammenhängend vorzutragen“, sagt Christina Lüdicke, Cellistin und stellvertretende Direktorin des Konservatoriums. „Allerdings spielt der sportliche Aspekt bei dem Wettbewerb auch eine Rolle. Denn der Vergleich ist wichtig für eine realistische Selbsteinschätzung“, betont die Pädagogin. „Und wer besser sein will als die anderen, muss auch mehr tun. Dazu gehört nicht nur Üben, sondern auch die Beschäftigung mit dem Stück, der Musik, dem Komponisten, der Zeit.“ Auch dafür gebe „Jugend musiziert“ Anregungen. „Unsere Jurys nehmen sich nach jedem Wertungsvorspiel Zeit für ein beratendes Gespräch mit dem Schüler“, sagt Lüdicke.

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