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Schwerin setzt Sparpaket um : Musikschüler müssen mehr zahlen

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Musik spielt in Schwerin eine große Rolle, hat allerdings auch ihren Preis, wie auf der heutigen Sitzung der Stadtvertretung deutlich werden wird. Es geht darum, wie das Konservatorium in Zukunft finanziert werden soll.

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erstellt am 01.Sep.2013 | 05:32 Uhr

Schelfstadt | Musikalische Kinder der Kita "Löwenzahn", Gitarrenschüler und ihre Großeltern haben gezeigt, wofür das Konservatorium in der Landeshauptstadt steht: Drei Generationen brachten der Schweriner Musikschule am Wochenende ein Geburtstagsständchen zum 60-jährigen Bestehen. Mit 38 Schülern hatte vor sechs Jahrzehnten alles begonnen, mittlerweile lernen unter dem Dach des Konservatoriums mehr als 1500 Schüler ein Instrument oder Gesang. Einige brachten ihr Können am vergangenen Jubiläumswochenende zu Gehör.

Musik spielt in der Landeshauptstadt eine große Rolle, hat allerdings auch ihren Preis, wie auf der heutigen Sitzung der Stadtvertretung wohl deutlich werden wird. Dort geht es weniger um die zurückliegenden 60 Jahre, sondern darum, wie das Konservatorium in Zukunft finanziert werden soll. Angesichts der immer leerer werdenden Stadtkasse sollen die Gebühren für den Musikunterricht von 2014 an um rund 18 Prozent steigen. Damit können etwa 42 000 Euro mehr pro Jahr eingespielt werden - wenn die Schülerzahlen konstant bleiben.

Bislang müssen Schweriner Eltern für 30 Minuten Einzelunterricht pro Woche für einen Jugendlichen über das Jahr gerechnet 552 Euro bezahlen. Doch auch wenn Konservatoriums-Direktor Volker Ahmels seit Jahren nach Kosten sparenden Kooperationen und preisgünstigen Konzertorten in der Landeshauptstadt sucht, scheint das Geld nicht mehr zu reichen. Im Hauptausschuss ist die Gebührenerhöhung bereits angenommen worden, die endgültige Entscheidung obliegt den Stadtvertretern.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Stadt angekündigt, dass auch das Konservatorium von dem Zehn-Millionen-Euro-Sparpaket betroffen sein wird. In der Folge müssen Musikschüler bzw. deren Eltern tiefer in die Tasche greifen. Aber auch unabhängig vom Sparkurs der Stadt sei eine Gebührenerhöhung längst fällig, hatte Christina Lüdicke, stellvertretende Direktorin des Konservatoriums, bereits im Frühjahr betont. "Wir haben seit Jahren darauf verzichtet." Ursprünglich war eine Gebührenerhöhung schon für den 1. September geplant. Für Familien mit einem geringeren Einkommen wird die Schule auch weiterhin günstige Sondergebühren anbieten. Die Ermäßigungen betragen laut Vorlage bis zu 70 Prozent vom Standardpreis.

Oberbürgermeisterin und Kulturdezernentin Angelika Gramkow liegt die Musikschule sehr am Herzen. "Das Konservatorium ist eine wichtige außerschulische Bildungseinrichtung", sagt sie. "Sie ermöglicht aktive Kunstausübung und prägt das musikalische Leben Schwerins entscheidend mit." Das hervorragende Abschneiden vieler Schüler bei den Landes- und Bundeswettbewerben "Jugend musiziert" belege die hohe Qualität der musikalischen Ausbildung. Mit dem Internationalen Festival "Verfemte Musik" setze die mehrfach ausgezeichnete Musikschule darüber hinaus Maßstäbe, die national und international Beachtung finden würden.

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