Kunst in Schwerin : Museum sucht Wege zur Jugend

Junge Leute im Museum: Dieses Gemälde von Michael Wirkner gefällt Maja Tiedemann besonders wegen der Farbgebung. Sie stellt es Anna Waetjen und Antje Schack (v.l.) vor.
Junge Leute im Museum: Dieses Gemälde von Michael Wirkner gefällt Maja Tiedemann besonders wegen der Farbgebung. Sie stellt es Anna Waetjen und Antje Schack (v.l.) vor.

Freundeskreis schreibt Ideenwettbewerb aus, um Anregungen für moderne Konzepte und Veranstaltungen zu bekommen

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31. Januar 2018, 20:45 Uhr

Was kann Jugendliche dazu bewegen, ins Museum zu gehen? Besondere Ausstellungen der Moderne wie etwa Picasso und die Frauen? Erotisches von Dali? Geheimnisvolles und Surreales von Bosch? Für Schwerin zu teuer. Doch ungewöhnliche Angebote, wie etwa Meditation in der Kunst, eine Führung der jüngsten Mitarbeiter durch das Haus zu ihren Lieblingswerken, ein auf Arabisch geführter Rundgang für Flüchtlinge, eine Architekturführung durch das alte und neue Gebäude lockten in den vergangenen Monaten gezielt und durchaus erfolgreich junge Leute in die Galerie am Alten Garten.

Die Ideen dazu wurden von den Freunden des Staatlichen Museums und ihrer Jugend, dem Verein der jungen Freunde, entwickelt. „Wir wollen das Museum zu einem jungen und attraktiven Ort in Schwerin werden lassen und zeigen: Kunst kann Spaß machen“, erklärt Anna Waetjen vom Verein der Jungen Freunde des Museums.

Mit ihrem Projekt „Museum neu denken – Junge Wege ins Museum“ gehen die Kunstfreunde jetzt noch einen Schritt weiter – und direkt auf die Altersgruppe der 18- bis 27-Jährigen zu. „Wir wollen dazu auf allen Kanälen einen Ideenwettbewerb ohne Vorgaben starten, wenn sie nur irgendwie umsetzbar erscheinen“, sagt Anna Waetjen. Denkbar seien nächtliche Treffen im Museum für Instagram-Nutzer oder Vormittagsführungen für junge Mütter, moderne Musik in der Galerie, Buggy-Rallyes für Kleinkinder mit ihren Vätern und vieles mehr. „Es werden eine eigene Facebook- und Whats-App-Gruppe eingerichtet, um die Kommunikation zu vereinfachen. Zudem werden wir zwei Kolloquien durchführen, am 24. Februar und 17. März, bei denen Interessenten gemeinsam mit Kuratorin Dr. Kornelia Röder das Museum vom Keller bis zu Dach für die Ideensuche erkunden können“, erläutert Waetjen. Zudem werde den Teilnehmern auch die Möglichkeit eingeräumt, Dr. Röder bei der professionellen Vorbereitung der neuen Ausstellung zu DDR-Kunst im Museum über die Schulter zu schauen.

Unterstützung bekommen die Initiatoren des Wettbewerbs von allen Seiten. „Mein Anspruch ist, dass unsere Museen deutlich attraktiver werden müssen und zwar für alle Altersgruppen“, sagt Pirko Zinnow, die neue Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen in MV. Dafür müssten auch Ausstellungen anders kuratiert, beispielsweise Jugendliche einbezogen werden. Der Ideenwettbewerb sei ein guter Schritt auf diesem Weg. Ähnlich äußert sich auch Oberbürgermeister Rico Badenschier. Er habe deshalb gern die Schirmherrschaft über den Wettbewerb übernommen. Bis 30. April müssen die Ideen unter www.museum-neu-denken.org eingereicht sein. Mehr als 1700 Euro Preisgeld werden ausgereicht.

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