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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 06:08 Uhr

Schwerins Bilder : Museum bewahrt SVZ-Fotoarchiv

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zeitzeugnisse werden gesichert, wissenschaftliche geordnet und digitalisiert – Ausstellung in Mueß gibt Einblick in gewaltigen Umfang

von
erstellt am 11.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Mehr als 300 000 Fotografien umfasst das Fotoarchiv der SVZ. Alles Bilder, die in den vergangenen 100 Jahren in der Zeitung veröffentlicht wurden. Diesen gewaltigen Fundus hat das medienhaus:nord, zu dem die SVZ gehört, jetzt dem Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin Mueß zur ständigen Aufbewahrung und wissenschaftlichen Aufbereitung überlassen. Einen Einblick in diesen Schatz und zugleich einen Blick auf jene, die ihn schufen, gibt die neue Austellung im Kunstkaten des Freilichtmuseums. Sie trägt den Titel „Der offizielle Blick – Bildjournalismus und sein regionalgeschichtlicher Wert“.

Zur Eröffnung am Sonnabend waren neben Archivaren, Museologen, Volkskundlern und weiteren Interessierten auch zahlreiche Bildautoren gekommen wie Ernst Höhne, die Fotografenlegende der SVZ. „Mein erstes Foto für die Volkszeitung habe ich 1952 gemacht, als ich noch Lehrling in der Druckerei war. Das war von einer Jugendkundgebung auf dem Markt. Das letzte während meiner SVZ-Zeit entstand 1995 auf einem Acker bei Lübz. Da habe ich einen neuen Traktor im Einsatz abgelichtet“, erzählt der 83-Jährige. Doch auch danach hat noch so manches Foto von ihm den Weg in die Zeitung gefunden, denn Höhne ist nach wie vor leidenschaftlicher Fotograf.

Einer seiner Schüler in der SVZ ist Michael-Günther Bölsche, heute Fotoreporter der Parchimer Redaktion. „Ich stand bei Ernst das erste Mal in einem Fotolabor. Er hat mir vieles beigebracht, vor allem, den richtigen Blick für das Motiv zu haben“, berichtet Bölsche.

Die Ausstellung in Mueß zeigt eine riesige zeitliche Spannbreite: die Saline in Sülze um 1900, den Generalmajor Paul Lettow von Vorbeck in Deutsch-Südwestafrika 1917, die Kinderarztpraxis in Banzkow 1980, kubanische Boxer in Schwerin 1986, Udo Lindenberg 1990 in der Kongresshalle, die Demo 1992 in der Puschkinstraße für den Erhalt von DT 64 oder die Proteste einer Bürgerinitiative in der Feldstadt 1995 gegen die Verkehrsbelastung. „Das auf dem Foto bin ja ich“, sagt Silvio Horn erstaunt. „Das war der Beginn meiner politischen Karriere“, erinnert er sich. Zu sehen sind in der Ausstellung nicht nur Fotos. Es gibt Einblicke in die Arbeitsweise der Fotografen, ihre Aufträge, Hintergründe zur Archivierung. „Die größte Arbeit liegt aber noch vor uns“, sagt Volker Janke vom Freilichtmuseum, auf dessen Initiative hin das Archiv wissenschaftlich aufgearbeitet wird.

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