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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 03:13 Uhr

Besucherschwund : Museen kämpfen um jeden Gast

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Ferienzeit bringt auch Schwerins größten Häusern mehr Besucher, kann aber über sinkende Nachfrage nicht hinwegtäuschen

von
erstellt am 23.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Wenn Sommer, Sonne und Meer die Urlauberströme in Richtung Küste verstärken, richten sich auch Schwerins Museen auf mehr Besucher ein. So zählt das Freilichtmuseum Mueß vor allem im Juli und August am meisten Gäste, die im vergangenen Jahr jeweils die 3000er-Marke deutlich überschritten. Größter Magnet in Schwerin ist und bleibt aber das großherzogliche Schloss. Allein von Januar bis Juli strömten rund 87 000 Gäste durch die Wohn- und Prunkräume des Museums, wie Verwaltungsleiter Enrico Kleinau mitteilt. Im vergangenen Jahr sind insgesamt etwa 153 000 Eintrittskarten über die Theke gegangen.

Was im ersten Moment viel klingt, besitzt allerdings bei näherem Hinsehen einen faden Beigeschmack. Das Staatliche Museum Schwerin, die Schlossmuseen in Schwerin, Ludwigslust und Güstrow verbuchen alle zusammen für das vergangene Jahr einen Besucherrückgang von rund 18 Prozent gegenüber den Vorjahren. Das meldet eine Agentur. Allerdings konnte das Staatliche Museum am Alten Garten außerhalb des Sommertourismuses in der Wintersaison punkten. Der „Kosmos der Niederländer – die Sammlung Christoph Müller“, der von Oktober 2013 bis zum Februar gezeigt wurde, sei mit cirka 14 000 Besuchern die Wechselausstellung mit den meisten Besuchern gewesen, teilt Enrico Kleinau mit. Dagegen konnte die Galerie Alte und Neue Meister der Landeshauptstadt bis 31. Juli nur etwa 18 000 Neugierige anziehen. Im gesamten vergangenen Jahr waren es demnach immerhin noch 32 000 Kunstinteressierte.

Auch das Freilichtmuseum Mueß muss in diesem Jahr unter Umständen mit weniger Besuchern rechnen. Bislang kamen 12 500 Gäste in das Volkskundemuseum. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es insgesamt 23 400 Ticketkäufer. Vor allem die Sonderausstellung „Milch, Rahm, Butter –Käse, Quark und Futter“ hatte Gesine Kröhnert vom Museum zufolge die meisten Neugierigen angelockt. Die Schau war so erfolgreich, dass sie im Anschluss u.a. in Rostock in Zusammenarbeit mit dem Wossidlo-Archiv gezeigt wurde.

Wie es im Schleswig-Holstein-Haus aussieht, war leider aufgrund der anfangs angesprochenen Urlaubssaison nicht zu ermitteln. In dem städtischen Museum gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung nur einen Mitarbeiter, der diesen Überblick besitzt und der habe Urlaub.

Der allgemeine Rückgang der Besucherzahlen in den Schweriner Häusern ist aber im landesweiten Vergleich kein Einzelphänomen (SVZ berichtete). So hat das Meeresmuseum in Stralsund rund 60 000 Besucher weniger zu verkraften. Das Technikmuseum in Wismar büßte im vergangenen Jahr ein Drittel der Gästezahlen gegenüber 2012 ein. Angesichts der Entwicklungen fordern jetzt Bündnis 90/Die Grünen auf Landesebene das versprochene Marketing-Konzept der Landesregierung. Mit dem Papier sollen die „kulturellen Leuchttürme“ des Landes bekannter gemacht werden – auch, damit kleine Museen nicht um ihre Förderung bangen müssen.

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