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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 14:51 Uhr

Tiere der Lewitz : Murmelaugen mögen keinen Speck

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auch in der Lewitz ist der Waldkauz zuhause – Revierleiter Gerd Weiberg erinnert sich an erste Begegnung und gibt Tipps

von
erstellt am 27.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Der typische Ruf des männlichen Waldkauzes ist ein langgezogenes, heulendes „Huh-Huhuhu-Huuuh“. Der Friedrichsmoorer Revierleiter Gerd Weiberg macht es vor. Den Waldkauz kennt der Jameler schon seit seiner Kindheit. Und nicht etwa aus einem Buch, sondern aus einem Karton. Weibergs Vater ist auch Förster, mittlerweile im Ruhestand. „Ein Mitschülerin gab mir im Schulbus einen Karton mit drei kleinen Waldkäuzen“, erzählt Weiberg. Sie hatte die Jungvögel gefunden, mit Speck gefüttert und in den Karton gepackt. Gerd Weiberg muss heute schmunzeln, wenn er die Geschichte erzählt. Denn zu der Geschichte der kleinen Waldkäuze gesellen sich Erinnerungen an fast vergessene Zeiten. Leider komme es aber auch heute noch vor, dass Menschen sich junger Waldkäuze annehmen, die außerhalb des Nestes sitzen. „Wenn die Jungen etwa vier Wochen alt sind, verlassen sie das Nest, können noch nicht richtig fliegen. Sie werden aber von ihren Eltern mit Futter versorgt. Es ist nämlich nicht so, dass sich keiner um sie kümmert“, erklärt der Revierleiter. Gerd Weiberg rät, sich nicht beirren zu lassen und die Tiere auf keinen Fall anzufassen. „Und bitte auch nicht mit Speck oder anderen Dingen füttern. Das bekommt den Tieren gar nicht!“

Das Gewölle verrät viel über den Speiseplan der Vögel. Oft sind darin kleine Knochen.
Das Gewölle verrät viel über den Speiseplan der Vögel. Oft sind darin kleine Knochen. Foto: kmue

In den Jahren seit seiner Kindheit hat er hunderte Male mit dem Waldkauz zu tun gehabt. Dass dieser Vogel mit den großen schwarzen Murmelaugen in diesem Jahr auch noch zum Vogel des Jahres gewählt wurde, freut Weiberg. Er gehöre zwar nicht zu den bedrohten Arten, sondern zähle eher zu denen mit vielen Vertretern. „Es ist dennoch schön, wenn die Tierwelt den Menschen wieder nähergebracht wird.“

Auch er möchte einen kleinen Beitrag dazu leisten und erzählt von den Besonderheiten der Eulenart. „Der Waldkauz lebt in halboffenen Landschaften – er mag also Wald und Feld. Er wohnt vorzugsweise in alten Bäumen, gern auch in alten Gebäuden“, erzählt Weiberg. Nachts gehe der Waldkauz auf die Jagd nach Mäusen, Mauswieseln und anderen Kleinsäugern sowie kleinen Vögeln. „Ich habe mal gelesen, dass sie Regenwürmer fressen. Mag sein“, sagt der Förster und lacht.

Ihren Fang verspeisen sie mit Haut und Haar. Alles, was sie nicht verdauen können, würgen die Vögel später wieder aus, wie beispielsweise Fell und Knochen. Das machen alle Eulen so. Diese unverdaulichen Nahrungsreste nennt man Gewölle. Für einen Vogelkundler seien sie sehr aufschlussreich, sie zeigen was die Eule gefressen hat. Dem Laien verraten sie, wo ein Waldkauz zu Hause ist. „Hier sieht man einen halben Unterkieferknochen einer Maus und einen etwas größeren Zahn“, sagt Weiberg, während er ein Gewölle auseinanderzupft. Die Konsistenz erinnere ihn an den Inhalt des Flusensiebs eines Trockners. Die Größe ist etwa vergleichbar mit kleinen Fichtenzapfen.

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