Stern Buchholz : Munition und tausend Tiere

Sie pflegen ökologisch wertvollen Trockenrasen: Rund tausend Schafe und Ziegen weiden auf dem einstigen Schießplatz.
Sie pflegen ökologisch wertvollen Trockenrasen: Rund tausend Schafe und Ziegen weiden auf dem einstigen Schießplatz.

In Stern Buchholz wurden Weltkriegshinterlassenschaften gefunden. Schafe und Ziegen verhindern das Zuwachsen der Fläche.

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09. Juli 2015, 08:00 Uhr

Auf dem ehemaligen Schießplatz westlich der Bundesstraße B 106 wird nach Munition gesucht. Eine private Fachfirma ist seit einigen Wochen bei der Arbeit. „Es wurden bereits einige Funde gemacht“, teilte der Chef des Munitionsbergungsdienstes Robert Mollitor mit. „Der Verdacht, dass in einem Randbereich der Fläche auch Giftgas aus dem Zweiten Weltkrieg liegt, hat sich aber bisher nicht bestätigt.“ In der Gegend des Schießplatzes soll die Sowjetische Armee Giftgasgranaten vergraben haben.

Auch im Industriepark in den Göhrener Tannen wird immer noch Munition gefunden. Auf dem Areal des neuen Folienwerkes, für das kürzlich Richtfest gefeiert wurde, kam sogar Munition aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zutage. „In Archivunterlagen haben wir Angaben gefunden, wonach auf der Fläche südlich des Fährweges bereits 1822 der erste Schuss abgegeben wurde“, so Mollitor.

Auch gegenüber dem ehemaligen Schießplatz, östlich der B 106, befand sich im Wald von Stern Buchholz ein Truppenübungsplatz. Dieses Gelände ist munitionsfrei. Hier weidet heute eine mehr als 1000-köpfige Schaf- und Ziegenherde, um ein Zuwachsen der Fläche zu verhindern und den ökologisch wertvollen Trockenrasen zu erhalten.

Der wird auf der von den Munitionsbergern auf der anderen Straßenseite untersuchten Fläche allerdings vernichtet. Hier soll eine 30 Hektar große Photovoltaikanlage entstehen. Die Baugenehmigung wurde bereits erteilt. Dafür, dass der Trockenrasen unter den Solarpaneelen zerstört wird, hat sich der Betreiber der Anlage aber verpflichtet, auf weiteren 60 Hektar den Bewuchs kurz zu halten.

„Das war unser Kompromiss“, sagt der amtierende Umweltamtsleiter Hauke Behr. „Die Eigentümerin der Fläche, die Bundesforstverwaltung, sah sich zum Freihalten der Fläche nicht in der Lage.“

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