Konzept für Schwerin : Mueß und Zippendorf suchen Ideen

<strong>Einen inzwischen eher unansehnlichen Privatsteg</strong> gibt es in Zippendorf bereits. Doch auf dem Wunschzettel der Anwohner und der Lokalpolitiker steht eine  Seebrücke mit Gastronomie. <fotos>reinhard Klawitter </fotos>
Einen inzwischen eher unansehnlichen Privatsteg gibt es in Zippendorf bereits. Doch auf dem Wunschzettel der Anwohner und der Lokalpolitiker steht eine Seebrücke mit Gastronomie. reinhard Klawitter

In Schwerins ehemaliger "Badewanne" scheint der Wurm drin zu sein: Zippendorf und Mueß dümpeln vor sich hin. Doch wie lange noch? Alte Vorschläge wie die der Seebrücke werden nun wieder aufgegriffen.

svz.de von
16. Oktober 2013, 05:58 Uhr

Zippendorf/Muess | In Schwerins ehemaliger "Badewanne" scheint der Wurm drin zu sein: Zippendorf und Mueß dümpeln vor sich hin. Doch wie lange noch? In der Stadtverwaltung wird bereits wieder laut nachgedacht über eine Seebrücke, einen Wasserwanderrastplatz, sanierte Schiffsanleger und ein touristisches Quartier mit dem vielversprechenden Namen "Abenteuer und aktiv". Die CDU-Fraktion fordert jetzt die Verwaltung auf, ein klares Konzept für die beiden Stadtteile auf den Tisch zu legen.

Immerhin: Einige kleine Erfolge gab es in den vergangenen Jahren. In Mueß wurde das Kurhaus zum Wohnhaus umgebaut, in Zippendorf sind mehrere alte Villen saniert, das Strandhotel ist erneut verkauft worden und wird wohl aufwändig entwickelt. Naturschutzstation und Freilichtmuseum ringen um neue Attraktionen. Trotzdem fehlen Touristen und potenzielle Investoren. "In die Strandpromenade ist vor vielen Jahren groß investiert worden, jetzt lebt man in Zippendorf und Mueß auf Verschleiß", sagt Stadtvertreter Georg-Christian Riedel. "Bislang gab es von der Verwaltung nur Vertröstungen, keine Lösungen. Geld ist genug da, es wird nur falsch eingesetzt. Die Verwaltung muss jetzt ein Konzept auf den Tisch legen, das ist ihre ureigene Aufgabe." Konkrete Kritikpunkte seiner Fraktion: Der Weg nach Zippendorf und Mueß müsse für Fremde besser ausgeschildert, die vielen verschiedenen touristischen Möglichkeiten dort als Paket zusammen dargestellt werden. Zoo, Volkskundemuseum, Naturschutzstation, Kletterwald, Badestrand und Reppiner Burgruine könnten gemeinsam viel besser vermarktet werden.

Wenn es nach den Anwohnern geht, steckt noch viel mehr Potenzial am Seeufer: Das ehemalige Zippendorfer Waldbad, das inzwischen verschilft ist, würde Ortsbeirat Thilo Kreimer gern zum Wohnmobil-Stellplatz entwickelt sehen. "Doch aktuell setzt die Verwaltung hier auf Renaturierung", sagt er. Dass die Idee, in Zippendorf einen Yachthafen zu bauen, vor vielen Jahren verworfen wurde, hält Georg-Christian Riedel für einen großen Fehler. Auch die Diskussion um einen neuen Steg, der in den See ragt, womöglich mit Gastronomie, würde er gerne wieder entfachen.

Investoren seien in der Vergangenheit eher verprellt als ermutigt worden, auf Zippendorf oder Mueß zu setzen. Jüngstes Beispiel: das ehemalige Kurhaus auf dem Bornberg, dessen modern geplante Wohn-Entwicklung an strengen Bebauungsgrenzen scheiterte.

Immerhin einige Vorschläge von der Basis hat auch das Baudezernat bei seinen Zukunftsplänen im Hinterkopf: In einem aktuellen Situationsbericht sprechen die Stadtplaner von "touristischen Leistungsträgern" und Sehenswürdigkeiten, die stärker miteinander vernetzt werden sollen und von "hohem Entwicklungspotenzial für Zippendorf, Mueß und Kaninchenwerder". Für sie sei eine "bessere Positionierung innerhalb der Schweriner Seenlandschaft vorgesehen". Entscheidend dafür sei die aktive Rolle des Wassertourismus als "Blaue Bühne" - wobei der Tourismus an einigen Stellen auch Vorrang vor dem Naturschutz erhalten könnte, so der Bericht. Mehr Sichtachsen, eine umfassendere Öffnung Schwerins zum Wasser hin und eine stärkere Thematisierung im Stadtgebiet seien angedacht, ebenso wie ein neu ausgewiesenes Quartier "Abenteuer und aktiv". Genau dort könnten Zippendorf und Mueß punkten. Ein Wasserwanderrastplatz in Zippendorf steht wieder auf der Agenda. Und: Als ein "erlebbares Markenzeichen" könnten sich Teile der Verwaltung eine neue Seebrücke am Zippendorfer Strand durchaus vorstellen. Auch öffentliche Anleger könnten saniert bzw. neu gebaut werden, darunter die Anlegestelle Alte Fähre in Mueß und ein Anleger am Freilichtmuseum, das seit Kurzem ebenfalls einen Zugang zum Wasser hat.

Der Hauptausschuss hat dem Antrag der CDU schon zugestimmt - allerdings mit einer deutlichen Modifizierung: Ursprünglich war gefordert worden, dass die Oberbürgermeisterin der Stadtvertretung bis zum Herbst einen Situationsbericht und ein Gesamtkonzept vorlegt. Der Termin ist in Abstimmung mit den anderen Gremien nun bereits auf den 1. März 2014 verschoben worden.

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