Krawall : „Münze“ spaltet die Münzstraße

Die Anwohner der Münzstraße lieben die Beschaulichkeit in ihrer Nachbarschaft, die angeblich von lauter Musik und  feiernden Gästen der  „Münze“ gestört wird.
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Die Anwohner der Münzstraße lieben die Beschaulichkeit in ihrer Nachbarschaft, die angeblich von lauter Musik und feiernden Gästen der „Münze“ gestört wird.

Anwohner in der Münzstraße stört laute Musik aus der „Münze“, der neue Kneipen-Pächter dementiert und bei Polizei und Ordnungsamt stehen Aussage gegen Aussage

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10. März 2014, 23:59 Uhr

Unruhe in der Münzstraße: Einige Anwohner stört die laute Musik aus der urigen Gaststätte „Die Münze“, eine der ältesten Kneipen Schwerins. Auch die Polizei war schon mehrmals vor Ort. „Das geht seit einigen Monaten so“, bestätigte Polizeisprecher Steffen Salow. Der Gastwirt aber dementiert die Vorwürfe: Er halte die Vorgaben der Stadt ein, bis 22 Uhr dürfe er Musik machen. Er habe auch in jeder der umliegenden Wohnungen persönlich den Hörtest gemacht. Mittlerweile ist auch das Ordnungsamt eingeschaltet.

Jeden Mittwoch Abend ist in der „Münze“ Live-Musik. „Nur im vorderen Teil des Hauses, weil das hintere aufgrund der Bausubstanz zu hellhörig ist“, erklärt der Gastwirt. Langfristig wolle er dort eine Museums-Gastronomie aufbauen. „Wir befinden uns hier immerhin in einer der ältesten Gaststätten Schwerins. Aber hier wirtschaftlich eine Kneipe zu betreiben, ist gar nicht so einfach.“ Am 23. September vergangenen Jahres hatte er seine Gaststättenerlaubnis erhalten, wie die Stadt mitteilt.

Knapp drei Monate später begannen sich die Beschwerden zu häufen: Die Polizei war am 15. und 16. Januar, am 18. Februar und einige weitere Male vor Ort. Die Beschwerden liegen mittlerweile dem Ordnungsamt vor. „Danach wird laute Musik am Wochenende beklagt.“ Aber „gaststättenunübliche Belästigungen wurden nicht festgestellt“, teilt die Verwaltung mit. „Die darin sehr allgemein vorgebrachten Verstöße genügen zunächst nicht, um ein Verfahren einzuleiten beziehungsweise bestrafen Sachverhalte, die privatrechtlich durchzusetzen wären“, heißt es weiter aus dem Amt.

Die Situation in der Münzstraße zeigt einmal mehr den schwierigen Spagat zwischen Gastronomie und Anwohnern vor allem in dicht bewohnten, innerstädtischen Straßenzügen. Auch der „Freischütz“ am Ziegenmarkt, der „Grüne Flamingo“ in der Lübecker Straße, das „Headbangers“ in der Mecklenburgstraße und einige weitere Schweriner Barbetriebe setzen sich nach Informationen unserer Zeitung regelmäßig mit Beschwerden aus dem Wohnumfeld auseinander. Von Ordnungsamt, Polizei und Verwaltungsmitarbeitern verlangt jeder Fall spezielles Fingerspitzengefühl, wie alle Einrichtungen bestätigen. Und auch wenn die „Münze“ immer wieder in den Fokus der Polizei und des Ordnungsamtes rückt, hätten die Mitarbeiter eigenen Angaben nach nur wenig Handhabe.


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