Crivitz : Müllsünder auf Waldtour

Bauschutt und Sperrmüll landen immer häufiger auf den Waldwegen, wie hier bei Consrade.
Bauschutt und Sperrmüll landen immer häufiger auf den Waldwegen, wie hier bei Consrade.

Illegal entsorgter Unrat in den Forsten und an Straßen nimmt zu

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26. Juni 2018, 21:00 Uhr

Asbestplatten, Farbeimer und sogar Fleischreste liegen auf den Waldlichtungen der Region. Dort, wo mancher Erholung und unberührte Natur sucht, laden andere ihren Müll ab. „Das gehört sich nicht und ist ganz klar eine Ordnungswidrigkeit oder sogar auch ein Straftat“, sagt Jens-Peter Kühn, Büroleiter des Forstamtes Gädebehn. Auch er kennt die Müllberge auf den Forstwegen und an Waldeinfahrten. „Leider ist es sehr schwer, die Verantwortlichen zu erwischen. Bislang ist uns das noch nicht geglückt“, sagt der Forstmann und verweist auf drohende Strafen, die vom Bußgeld bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug möglich sind. Gefährlich ist der Müll aber vor allem für das Wild. Besonders Draht und Schnüre könnten Geweihträgern zum Verhängnis werden. „Wenn sich ein Rothirsch sich in Draht oder einem Netz verfangen hat und elendig daran zu Grunde gegangen ist, ist das ein sehr trauriges Bild“, macht er die Folgen deutlich. Auch für Vögel und andere Waldbewohner kann der Müll tödlich sein. „Von der Belastung für das Grundwasser ganz zu schweigen, wenn Chemikalien in die Natur gekippt werden“, schiebt er hinterher.

Rico Neumann, Revierförster und zuständig für den Wald bei Pinnow, der der Herzogin Donata zu Mecklenburg gehört, kennt dieses Problem. Für illegal verklappten Epoxidharze und Härter musste diese private Forstverwaltung unlängst allein 300 Euro ausgeben. „Ich habe das Gefühl, dass es in der letzten Zeit sogar mehr geworden ist“, sagt er und hat gleich eine ganze Liste an „beliebten Ablage-Orten“. Erschrocken war der Revierförster jetzt aber, als er Schlachtabfälle im Wald bei Raben Steinfeld entdeckte: „Das ist dann auch gesundheitsgefährdend. Gerade in Zeiten der drohenden Afrikanischen Schweinepest ist das ein Unding“, betont Neumann.

Der Kreis Ludwigslust-Parchim stellt jährlich 30 000 Euro für die Entsorgung illegal verklappten Unrats zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden 27 500 Euro dafür bezahlt. „In diesem Jahr ist bereits die Hälfte der 30 000 Euro für Müllentsorgung an Straßen und in Wäldern ausgegeben worden“, sagt Kreis-Sprecher Andreas Bonin. Allerdings sei der Kreis nicht für alle Straßen und Waldstücke zuständig, so Bonin. Die Dunkelziffer des illegal abgeladenen Mülls sei deutlich höher ist.

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