Abfall-Problem : Müllcontainer stellen die Altstadt zu

Nicht schön, aber unumgänglich: In der zweiten Engen Straße stehen diese beiden Abfallcontainer, weil auf dem Privatgrundstück des Gasthauses „Zur guten Quelle“ kein Platz ist.
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Nicht schön, aber unumgänglich: In der zweiten Engen Straße stehen diese beiden Abfallcontainer, weil auf dem Privatgrundstück des Gasthauses „Zur guten Quelle“ kein Platz ist.

Neues Entsorgungssystem sorgt für Ärger: Weil Sammelplätze weggefallen und Hinterhöfe zu klein sind, stehen viele Tonnen auf der Straße.

svz.de von
12. Dezember 2013, 21:00 Uhr

Die so genannten Wertstoffsammelplätze machen Ärger. Denn seit dem Jahr 2010 wurden die Zahl der Behälter, zu denen die Bürger Papier, Flaschen, Gläser, Plastikabfälle und manchmal auch Altkleider bringen können, immer mehr reduziert. Der Grund: Das Stadtbild sollte schöner werden. Denn oft genug waren die Containerstellplätze vermüllt. Im Tourismuskonzept für die Landeshauptstadt wurde das kritisiert und eine Verbesserung angemahnt. Die zuständigen Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) haben deshalb für Papier und Plastikabfall in einigen Teilen der Stadt von einem Bring- auf ein Hol-System umgestellt. Blaue und Gelbe Tonnen oder Gelbe Säcke werden nun von den Grundstücken abgeholt. Doch das Abfallproblem hat sich offenbar dadurch offenbar noch verschärft.

Die Wertstoffsammelplätze sind immer noch häufig vermüllt. Neben den Containern liegende Abfallhaufen müssen regelmäßig weggeräumt werden. Und vor allem in der eng bebauten Altstadt wissen die Anlieger oft nicht, wohin mit ihrem Abfall. In der Engen Straße stehen seit Kurzem zwei große 1100-Liter-Müllbehälter. „Das sind meine“, sagt Matthias Theiner, der Inhaber des Gasthauses „Zur guten Quelle“. „Früher haben wir unseren Abfall zum Stellplatz hinter dem Theater gebracht. Doch da sind keine Behälter mehr für Papier und Plastik.“ Da Theiner aber nahezu täglich beliefert wird, muss er Verpackungen und ähnliches irgendwo lassen. Deshalb hat er die beiden Behälter bestellt. Nach Auskunft der SDS dürfen die aber eigentlich nicht auf der öffentlichen Straße stehen. „Ich kann sie mir aber nicht in den Gastraum stellen“, sagt Theiner. „Mein Grundstück ist nur 180 Quadratmeter groß. Da ist kein Platz.“ Andere Gewerbetreibende in der Altstadt nehmen ihren Müll mit nach Hause und entsorgen ihn dort. „Das geht aber nur bei kleinen Mengen“, sagt Matthias Theiner.

Erst im März diesen Jahres hatten die Stadtvertreter sich mit dem Problem beschäftigt. Sie beschlossen: „Die Stadtvertretung bestätigt nochmals, dass für Leichtverpackungen grundsätzlich ein Rücknahmesystem nach der Verpackungsverordnung eingerichtet ist und die entsprechende Abstimmungserklärung mit der Landeshauptstadt Schwerin hierfür ein Bringsystem mit Wertstoffcontainern vorsieht. Zusätzlich bzw. ergänzend kann für bestimmte Wohngebiete unter besonderer Berücksichtigung der Bebauungsstruktur und für bestimmte Wertstoffe andere Formen der Wertstoffsammlung wie z.B. Sacksammlung, Gelbe Tonnen, Wertstofftonnen, Blaue Tonnen, in enger Abstimmung mit den Ortsbeiräten und unter Beachtung der jeweiligen Auswirkungen für Hauseigentümer und Mieter ein Hol-System aufgebaut werden.“ Matthias Theiner bestätigt allerdings, dass ihn keiner gefragt hat, ob er auf die Sammelcontainer hinter dem Theater verzichten kann.

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