zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 22:27 Uhr

Schwerin : Müllabfuhr bald auch am Garten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt startet Pilotprojekt für Abfallentsorgung in den Sparten „825-Jahre-Schwerin“ und „Erholung“, 2017 folgen alle Freizeitanlagen

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Das illegale Abstellen von Grünschnitt-Tüten an Containerstellplätzen – von SVZ-Lesern auch in diesem Jahr vor allem in der Weststadt beklagt – soll bald Geschichte sein. Denn die Stadt plant den Anschluss aller Garten- und Freizeitanlagen an die öffentliche Abfallentsorgung. Neben dem Einsammeln des Grünschnitts und der Bioabfall-Abholung, der Sperrmüllabholung auf Bestellung und der Altpapiersammlung gehört dazu auch der Restmüll. Los gehen soll es im Jahr 2017. In den beiden Sparten „825-Jahre-Schwerin“ und „Erholung“ startet bereits im Januar bzw. Februar ein Pilotprojekt.

Kosten kommen damit nach Auskunft von Ilka Wilczek, Werkleiterin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS), auf die Kleingärtner auf städtischem Grund und Boden nicht zu. „Die Abfallentsorgungsgebühr ist durch den jeweiligen Grundstückseigentümer, also die Landeshauptstadt Schwerin sowie alle privaten und juristischen Personen, als Bescheidempfänger zu entrichten. Dies betrifft sowohl städtische als auch private Liegenschaften.“

Dabei ist die Anbindung der Sparten an die öffentliche Abfallentsorgung nicht nur ein Steuerungsinstrument der Stadt, um noch mehr Sauberkeit in die Anlagen und die angrenzenden Wohngebiete zu bekommen. Es könnte auch eine zusätzliche Einnahmequelle werden. Zum einen spart die Stadt dank der Verbesserung der Getrennterfassung im Restmüll, weil sich dadurch der teuer zu entsorgende Restmüll verringert. Außerdem gibt es zusätzliches Futter für die Biogasanlage in den Göhrener Tannen.

„Die Menge an Gartenabfällen, die nicht auf diesen Grundstücken kompostiert werden, stellen einen erheblichen Anteil am Grünschnittaufkommen in Schwerin dar“, sagt auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Bundesweite Langzeituntersuchungen in Gartenanlagen hätten ergeben, dass durchschnittlich rund 1,5 Kilogramm biologischer Abfall pro Quadratmeter genutzte Gartenfläche im Jahr anfällt. Selbst wenn nur 200 Quadratmeter eines Grundstücks bepflanzt sind, würden hier rund 2460 Tonnen Grünes anfallen. Davon wiederum ist es möglich, neben der Eigenkompostierung etwa 60 Prozent durch die öffentliche Entsorgung zu erfassen – also 1500 Tonnen Bio-Masse. Und das ließe sich verwerten.

Derzeit sind alle im Kreisverband der Gartenfreunde organisierten Kleingärten für die geplante Abfallentsorgung erfasst. Für die Wochenendhaussiedlungen und die Kleingärten auf Flächen der Deutschen Bahn und der Nordkirche läuft die Sachbearbeitung noch. Durch die SDS wurde die erforderliche Anzahl der Abfallbehälter für Restmüll und Grünschnitt ermittelt. Leichtverpackungen mit dem Grünen Punkt sollen in gelben Säcken entsorgt werden. Für Bioabfall sind Großcontainer geplant. Sie sollen zu bestimmten Terminen bereitgestellt und abgeholt werden. Im nächsten Schritt erfolge das Prüfen der Standortvorschläge durch die Sparten. Zum Anschlusskreis für die Abfallentsorgung in Schwerin gehören 75 Kleingartenanlagen mit rund 8000 Parzellen und drei Wochenendhaussiedlungen mit 191 verpachteten Grundstücken sowie weitere Parzellen und Anlagen im Eigentum der Bahn AG und der Nordkirche.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen