Schweriner Kleingärten : Müllabfuhr aus Gärten auf Wunsch

In der Kleingartenanlage Erholung wurde das Pilotprojekt zur Müllentsorgung gestartet. Viele andere Sparten wollen diesem Beispiel aber nicht folgen.
In der Kleingartenanlage Erholung wurde das Pilotprojekt zur Müllentsorgung gestartet. Viele andere Sparten wollen diesem Beispiel aber nicht folgen.

Mehrheit der Kleingärtner lehnt die von der Politik beschlossene freiwillige Entsorgung aber ab

23-59452351_23-66108080_1416392514.JPG von
20. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Kleingärtner und Müllentsorgung – eine unendliche Geschichte. Nach langer Diskussion bleibt es dabei: Die Kleingartensparten können sich auf freiwilliger Basis der Abfallentsorgung anschließen. Die Unabhängigen Bürger konnten sich in der Stadtvertretung mit ihrem Antrag, für Kleingärten die Müllentsorgung grundsätzlich auszuschließen, nicht durchsetzen. Stattdessen fand die CDU mit ihrem Antrag zur Freiwilligkeit eine Mehrheit.

„Die Freiwilligkeit sieht schön aus, ist aber teuer und nicht praktikabel“, sagt UB-Stadtvertreter Manfred Strauß. „Die Kleingärtner müssten die Plätze für die Müllbehälter selbst herrichten. In den Sparten ist dafür oft gar kein Platz.“

Auch Linken-Politiker Gerd Böttger lehnt die Freiwilligkeit ab und fordert die grundsätzliche Befreiung der Kleingärtner. „Es entsteht nicht mehr Müll, ob zu Hause oder im Garten. Eine zusätzliche Entsorgung in den Sparten würde nur zusätzlich kosten.“ Mit etwa 100 000 Euro rechnet die Stadt im Jahr. Die müsste das Zentrale Gebäudemanagement als Grundstückseigentümer tragen.

Silvio Horn, Fraktionschef der Unabhängigen Bürger, ist fest der Meinung, dass diese Kosten auf die Kleingärtner umgelegt werden. „Die Pacht wird steigen, darauf gebe ich Ihnen Brief und Siegel.“ Die Freiwilligkeit sei „Wischiwaschi“.

CDU-Mann Ralf Klein verweist auf den seiner Meinung nach erfolgreichen Testlauf in der Sparte „Erholung“. Was dort gut funktioniere, könne auch in anderen Sparten laufen.

Oberbürgermeister Rico Badenschier plädiert für einen freiwilligen Anschluss an die Müllentsorgung. „Ich werde immer wieder gefragt, wie lange die Kleingärtner ihren Müll noch mit der Straßenbahn nach Hause fahren sollen.“

Die Mehrheit der Kleingärtner läuft unterdessen weiter Sturm gegen den, wenn auch freiwilligen Anschluss an die Abfallentsorgung. „Nach den Ermittlungen des Kreisverbandes werden sich von 76 Gartenvereinen 73 nicht freiwillig anschließen“, sagt Horst Stadtaus, Vorstand der Sparte Schwerin-Nord. „Das Pilotprojekt des Vereins Erholung mit seinen 300 Parzellen ist für eine Verallgemeinerung überhaupt nicht geeignet.“ Die meisten Vereine seien mit unter 100 Gärten deutlich kleiner. Stadtaus fordert, dass die Hausmüllentsorgungssatzung der Stadt den Anschluss von Kleingärten ausschließt. „Damit besteht Rechtssicherheit für die Kleingärtner und die Stadtverwaltung.“ Komme der Zusatz nicht, könnte die Verwaltung gehalten sein, den Zwangsanschluss durchzusetzen.

Die Verwaltung soll jetzt 2019 und 2020 einen „Sachstands- und Erfahrungsbericht nebst einer Stellungnahme des Kreisverbandes der Gartenfreunde“ vorlegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen