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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 22:56 Uhr

Müllnotstand : Müll: Wollen wir nicht trennen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bis zu 40 Prozent Bioabfall in den Hausmülltonnen und jede Menge Unrat in den Säcken und den Tonnen mit dem Grünen Punkt

von
erstellt am 22.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Eigentlich ist alles so einfach: In die braune Tonne kommen Bioabfälle, in die blaue Tonne Papier, in die gelbe Tonne – bzw. den gelben Sack – kommen Verpackungen mit dem grünen Punkt und alles andere, was nicht auf den Recyclinghof in der Cottbuser Straße und am Ziegeleiweg bzw. die Annahmestelle beim Nahverkehr oder in den Sperrmüll gehört, kommt in die schwarze Restabfall-Tonne. Und genau diese Trennung der Abfälle kann dazu beitragen, dass die Behälter nicht so schnell voll sind und dass perspektivisch die Kosten für jeden Einzelnen sinken. Nur: Es trennen nicht alle Schweriner.

Erste stichprobenartige Untersuchungen des Hausmülls aus verschiedenen Stadtteilen haben erschreckende Werte gebracht: Bis zu 40 Prozent der Restmüllmenge ist in Schwerin organisch – würde also eigentlich statt in den Hausmüll in den Bioabfall gehören. Die CDU-Fraktion hat deshalb eine Initiative gestartet, um die Trennung der Abfälle zu verbessern. Der entsprechende Antrag, der die Oberbürgermeisterin beauftragt, „geeignete Maßnahmen aufzuzeigen, wie ab dem Jahr 2015 das Volumen des eingesammelten und erfassten Bioabfalls erhöht werden kann“, wird derzeit in den politischen Fachgremien diskutiert.

Keine Frage: Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist und kein Auto hat, für den sind die Wege zum Recyclinghof weit. Doch machen diese einen stadtweiten Durchschnitt aus, der zu solchen Müllhalden an Containerstellplätzen führen? Oder ist es eher Bequemlichkeit, wenn sich leere Flaschen im Hausmüll finden und Essensreste im gelben Container?

„Ein wichtiges Ziel muss es sein, dass Bürger an keiner Stelle belastet werden, wenn sie ihren häuslichen Abfall gut sortieren und somit mehr kompostierbaren Abfall abgeben und logischerweise die Restmüllmenge dabei reduzieren“, heißt es in der Antragsbegründung der CDU-Fraktion. Aber mehr Bioabfall würde auch Vorteile bringen für die Entsorger: Die SAS hat in den Göhrener Tannen eine moderne Verwertungsanlage gebaut, wo Bioabfall klimafreundlich zu Energie wird (SVZ berichtete). „Daher ist es dringend nötig, aus ökologischen Aspekten und aus Gründen einer optimalen Auslastung der modernen Anlage der SAS GmbH das gesamte Aufkommen an Bioabfällen in der Landeshauptstadt Schwerin dieser Verwertung zuzuführen“, argumentiert die CDU-Fraktion.

Die bessere Aussortierung organischer Abfälle ist nur die eine Seite der Medaille. Der sichtbare Müll im Stadtgebiet – von Säcken bis Fenstern an Containerstellplätzen – die andere. Und das wird kaum ein politischer Beschluss ändern.

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