Sport- und Kongresshalle Schwerin : Motto: Vielfältig wandelbar

Die Demokratische Bauernpartei Deutschlands hielt im Mai 1963 ihren siebten Parteitag in Schwerin ab.
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Die Demokratische Bauernpartei Deutschlands hielt im Mai 1963 ihren siebten Parteitag in Schwerin ab.

Sport- und Kongresshalle wurde vor 55 Jahren eröffnet und ist bis heute beliebter Veranstaltungsort

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23. September 2017, 08:00 Uhr

Als Petra Blunk eine Broschüre der Sport- und Kongresshalle aus den 90er-Jahren aufschlägt, muss sie schmunzeln: „Die Künstler wie Udo Jürgens, Joe Cocker oder Herbert Grönemeyer kommen jetzt nach fast 30 Jahren wieder her.“ Gestern wurde die Halle 55 Jahre alt.

Am 22. September 1962 eröffnete der bekannte Fernsehunterhalter Heinz Quermann die Schweriner Veranstaltungsstätte. Bereits im Juni wurde dort die Bezirksdelegiertenkonferenz der SED mit 1000 Teilnehmern abgehalten – die Halle war da noch gar nicht fertig. In den folgenden Jahrzehnten fanden verschiedene Sportveranstaltungen wie Volley-, Handball und Boxen statt, zahlreiche Künstler traten dort auf. „Ein Höhepunkt war sicherlich das Konzert von Louis Armstrong mit seinen All Stars im April 1965 vor ausverkauftem Haus“, erzählt Petra Blunk, die seit 1991 bei der Sport- und Kongresshalle arbeitet, erst als Prokuristin, jetzt als Geschäftsführerin.

Bis zu 8000 Besucher passen heute in die Halle, je nach Aufbau der Bühne können es auch mal weniger sein, im Durchschnitt locken die Konzerte, Sportevents und Messen zwischen 140  000 und 180  000 Zuschauer im Jahr an. Zwischen 120 und 150 Veranstaltungen finden pro Jahr statt, davon sind zwischen 10 und 15 ausverkauft. „Das dürfen natürlich gerne mehr werden“, so Blunk. „Wir versuchen immer aktuelle Künstler nach Schwerin zu bekommen und alle Genre zu bespielen.“ Manchmal dauere das ein bisschen länger, einiges lasse sich auch einfach nicht umsetzen. „Dafür fehlen hier leider die Einwohner.“

Mit der Wende veränderte sich auch einiges für die Sport- und Kongresshalle, die seit neun Jahren privatwirtschaftlich betrieben wird. „Wir mussten 1991 mit der Vermarktung beginnen, das war in der DDR nicht nötig“, erklärt die Geschäftsführerin. „Und wie es bei einer alten Dame so ist, müssen wir natürlich regelmäßig Dinge erneuern.“ 2001 wurden die Konferenzräume und Garderoben umgebaut, acht Jahre später gab es eine neue Gebäudeleittechnik, neuen Fußboden sowie Brandschutztüren. „Außerdem können wir die Halle jetzt verkleinern, wir sind vielfältig wandelbar“, sagt Petra Blunk, die sich in Zukunft mehr Sportveranstaltungen wünscht.

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