Weltkriegsbomben in Schwerin : Beide Zünder erfolgreich entfernt, Absperrungen aufgehoben

<p>Entschärfer Thomas Cogiel (r.) und Matthias Schmidt</p>
1 von 4

Entschärfer Thomas Cogiel (r.) und Matthias Schmidt

Zwei jeweils 250 Kilogramm schwere Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind in Schwerin erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Berufsfeuerwehr eineinhalb Stunden nach Beginn der Arbeiten mit.

svz.de von
15. Juni 2018, 00:00 Uhr

Experten des Munitionsbergungsdienstes haben bei beiden Bomben erfolgreich die Zünder entfernt. Sie wurden von Hand herausgedreht. Danach wurden die Absperrungen im Bereich Görries und Krebsförden aufgehoben, so dass der Verkehr wieder frei fließen konnte. Der erste Bus fuhr bereits gegen 12 Uhr wieder auf der gewohnten Route. Der Schienenersatzverkehr der Deutschen Bahn zwischen Holthusen und Schwerin Hbf wurde planmäßig 13.30 Uhr wieder aufgehoben.

„Ganz herzlich möchte ich mich für die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten im Vorfeld und für den heutigen reibungslosen Ablauf bedanken. Insbesondere bei den Kollegen des Munitionsbergungsdienstes“, so Einsatzleiter Dr. Stephan Jakobi, Chef der Schweriner Berufsfeuerwehr und des Rettungsdienstes. „Bedanken möchte ich mich auch bei den betroffenen Anwohnern und Gewerbetreibenden für ihre Geduld und ihr Verständnis aufgrund der vorangegangenen verschobenen Entschärfungstermine.“

Nachdem der letzte Zug die Bahnstecke in Görries passiert hatte, begann kurz vor Mittag die eigentliche Entschärfung der beiden 250-Kilo-Bomben in Schwerin. Der Sicherheitsbereich im Umkreis von 1000 Metern war am Morgen geräumt worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Schwerin. Der Ordnungsdienst der Stadt habe kontrolliert, dass alle Anwohner und Gewerbetreibenden in dem Gebiet am Stadtrand den Bereich verlassen haben. Betroffen waren den Angaben zufolge 14 Anwohner und 15 Gewerbetreibende.

Insgesamt waren heute 20 Kräfte der Berufsfeuerwehr Schwerin und der Freiwilligen Feuerwehren Schwerins, fünf Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes, sieben Einsatzkräfte der Polizei und vier des Kommunalen Ordnungsdienstes vor Ort im Einsatz.

Die amerikanischen Fabrikate verfügen über jeweils einen Bug- und einen Heckzünder, wie uns der Munitionsbergungsdienst mitteilte. Die in einer Tiefe von etwa 3,5 bis 4 Metern ruhenden Bomben führten bis zu 60 Kilogramm TNT mit. Der Angriff der amerikanischen Bomber im Zweiten Weltkrieg galt dem Flugplatz Görries.

Durch die großen Mengen von Schichtenwasser im Bauschacht war es bislang nicht möglich gewesen, wie ursprünglich geplant, die Weltkriegsbomben in der vergangenen Woche zu entschärfen. Der Munitionsbergungsdienst hatte in den letzten Tagen die verbliebenen Verdachtspunkte im Siebendörfer Moor geöffnet, um den Zündmechanismus identifizieren zu können.

Die drei Weltkriegsbomben mit Langzeitzündern werden am kommenden Freitag, dem 22. Juni kontrolliert gesprengt. In den kommenden Tagen werden die Versorgungsunternehmen für Strom, Gas und Telekommunikation vorbereitende Maßnahmen zur Sicherung der baulichen Anlagen vor Ort durchführen. Unmittelbare Auswirkungen auf die Stromversorgung der Stadt hat die Sprengung der Bomben nicht. Infolge der Arbeiten zur Inbetriebnahme einer Ersatztrasse wird es zunächst am 20. Juni zeitweise zu einer Unterbrechung der Telekommunikationsdienstleistungen für größere Geschäftskunden der WEMACOM in der Stadt Schwerin, Parchim, Plau, Spornitz und in Neustadt-Glewe kommen. Die Kunden wurden von der WEMACOM bereits über die möglichen Unterbrechungen der Telekommunikationsdienste informiert.

Der 19. Juni als optionaler Entschärfungstermin entfällt.

Hinweise für die Sprengung am 22. Juni

Die Sicherungsmaßnahmen in den Ortsteilen Görries und Krebsförden führen zu Einschränkungen des öffentlichen Personennahverkehrs. Betroffen davon sind die Buslinien 5 und 16 des Nahverkehr Schwerin, der wegen der Sperrung der Otto-Weltzien-Straße die Linienführung ändert und Ersatzhaltestellen einrichtet.

Auch der Reiseverkehr der Deutschen Bahn ist betroffen, da jeweils von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr zwischen Schwerin Hauptbahnhof und Holthusen/Plate der Bahnverkehr eingestellt werden muss. Betroffen sind RE1 Schwerin Hbf - Hamburg Hbf und RB17 Schwerin Hbf - Ludwigslust. Die ausfallenden Züge werden durch Busse ersetzt.

Mit der Munitionsbergung beauftragt ist die Firma WIWA Kampfmittelbergung GmbH. 

Dafür  wird von 8.00 bis 16.00 Uhr jeweils ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von 1000 Metern um die Verdachtspunkte eingerichtet, in dem sich keine Personen aufhalten dürfen. Die Stadt hat die 14 betroffenen Anwohner sowie die 15 Gewerbetreibenden im Sicherheitsbereich über die geplanten Maßnahmen informiert. Außerhalb der Absperrung besteht keine Gefahr.

Der Ordnungsdienst wird ab 8.00 Uhr unterwegs sein, um die Räumung abzusichern.

Folgende Adressen befinden sich in dem zu räumenden Bereich:

-       Baustraße                  4,13,
-       Handelsstraße            11, 12, 14, 15, 16
-       Kurze Badlow             1 bis 17
-       Lange Badlow            1, 3, 5, 7
-       Otto-Weltzin-Straße   27
-       Eckdrift                      115,116

Straßenvollsperrungen sind an folgenden Stellen zu erwarten:

-       Lange Badlow
-       Kurze Badlow
-       Handelsstraße Höhe südliche Baustraße
-       Südlicher Teil der Otto-Weltzien-Straße
-       Westlicher Teil Ellerried, Eckdrift

Folgende Züge fallen zwischen Holthusen und Schwerin Hbf aus und werden durch Busse ersetzt:
RE4309 Ankunft Holthusen 11.38 Uhr
RB13952 Ankunft Holthusen 12.57 Uhr (Zug fährt früher ab Ludwigslust)
RE4308 Abfahrt Schwerin Hbf 12.13 Uhr
RB13951 Abfahrt Schwerin Hbf 13 Uhr

Ansprechpartner: Kundendialog DB Regio Nordost unter 0385 750 2405 von Montag bis Freitag in der Zeit von 6 Uhr bis 20 Uhr.

 

Die Sicherungs- und  Absperrmaßnahmen werden von der Polizei überwacht. Eine Technische Einsatzleitung und die vor Ort benötigten Einsatzkräfte der Feuerwehr sind am Tag der Sprengung (22. Juni 2018)  in der Otto-Weltzien-Straße stationiert. Die Gesamteinsatzleitung wird in der Hauptfeuer- und Rettungswache der Berufsfeuerwehr durch einen Koordinierungsstab wahrgenommen. Bei Problemen oder Rückfragen können sich Betroffene am Bürgertelefon unter 0385 5000-444 an den Koordinierungsstab wenden. Die Feuerwehr Schwerin informiert am 15. und 22. Juni auch über den Kurznachrichtendienst Twitter unter @FeuerwehrSN – die Kurznachrichten können auch über die Startseite des Stadtportals www.schwerin.de verfolgt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen