Kurhaus Zippendorf : Möglicher Baubeginn schon 2018

Das alte Haus soll saniert werden, eines der beiden neuen Gebäude könnte auf dem Hang zum Franzosenweg ruhen.
Das alte Haus soll saniert werden, eines der beiden neuen Gebäude könnte auf dem Hang zum Franzosenweg ruhen.

Im Januar soll der Hauptausschuss grünes Licht geben für den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan

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20. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Elf Wohnungen im Kurhaus, sieben Wohnungen in zwei Neubauten auf der westlichen Grundstücksseite, 3000 Quadratmeter Wohnfläche insgesamt – so sehen die Pläne aus, die die Planer vom „Architekturbüro von Seidlein Röhrl“ dem Gestaltungsbeirat vorstellten. „Nach dem Gespräch wollen sie die Entwürfe noch einmal überarbeiten“, sagt der Schweriner Stadtplaner Frank Fuchsa, der unter anderem für Zippendorf zuständig ist. Jetzt geht es darum, die nötigen Voraussetzungen für das Bauprojekt zu schaffen: Anfang Januar soll der Hauptausschuss sein Okay zum Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan geben. Dann reichen die neuen Eigentümer ihre konkreten Pläne ein, womöglich gehört dazu auch eine 150 Meter lange Schallschutzanlage. Der eigentliche Bebauungsplan wird dann wohl im Frühjahr 2018 vorgestellt, beraten und anschließend von der Politik verabschiedet. „Wenn es alle unbedingt wollen, könnte schon Ende 2018 Baubeginn sein“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Bis dahin muss unter anderem mit Forstamt, Umweltamt und Denkmalschutz verhandelt werden. „Die Investoren scheinen Interesse zu haben an einer engen Abstimmung mit allen“, sagt Nottebaum. Und das finanzielle Durchhaltevermögen.

Hintergrund: Ein Haus mit bewegter Geschichte

Im Jahre 1909 schließen sich engagierte Bürger zur „Kurhaus GmbH“ zusammen. Ziel: Sie wollen Zippendorf zu einem Luftkurort machen und zwei moderne Hotels bauen. Gleichzeitig mit dem Strandhotel entsteht 1910 das „gemeinnützige“  Kurhaus auf dem Bornberg.  63 Zimmer, eine geschlossene Veranda, Damen-, Gesellschafts-, Lese- und Weinzimmer werden vorgehalten. 1919 werden sowohl Kurhaus als auch das Strandhotel mit erheblichen Verlusten verkauft. Die Stadt Schwerin  investiert in das Objekt. Anfang der 20er-Jahre gilt das Kurhaus gilt als eines der führenden Hotels der Stadt. 

1931 aber trifft die Weltwirtschaftskrise auch den Zippendorfer Strand. Sowohl Strandhotel als auch Kurhaus werden zwangsversteigert.

1934 soll die Ständige Stabswache der SA im Kurhaus untergebracht werden. Vier Jahre später kommen sudetendeutsche Flüchtlinge dort unter.

1944 wird das Hotel auf dem Bornberg von der Luftwaffe beschlagnahmt und in ein Lazarett umgewandelt. Ein Jahr später werden ehemalige KZ-Häftlinge im „Erholungsheim“ Kurhaus betreut. Anfang der 50er-Jahre wird der Besitzer  enteignet, seine Frau  bekommt eine Entschädigung und das Wohnrecht im Souterrain.  1956 schließlich zieht der SC Traktor Schwerin dort ein. 1984 verkauft die Stadt das Kurhaus  an das Lederwarenkombinat Schwerin-Süd, das dort eine Weiterbildungs- und Internatseinrichtung betreibt. 1990 werden die Verträge für ungültig erklärt. Das Haus geht an die Treuhand über.

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