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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 00:29 Uhr

Schwerin : Möbelwerk kommt unter den Hammer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verfallenes Werksgelände an Wismarscher Straße wird Ende Oktober zwangsversteigert

von
erstellt am 11.Okt.2014 | 14:30 Uhr

„Altes Möbelwerk ist frei für neue Ideen.“ So preist die Stadtverwaltung eine Industriebrache zwischen Wismarscher Straße und Ziegelaußensee an. Allerdings: Die Stadt hat gar keinen direkten Zugriff auf die Flächen. Trotzdem will sie bestimmen, was dort in Zukunft geschieht. Deshalb haben die Stadtvertreter die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Der ist derzeit in der Erarbeitung. Wesentlicher Inhalt: Es soll ein attraktiver Wohnstandort entstehen.

Gegründet im Jahr 1923 als Mecklenburgische Holzindustrie AG wurden die Unternehmer 1948 enteignet. Der VEB Möbelwerke Schwerin produzierte Schlafzimmermöbel und Küchen – auch für den Export nach Polen. 1994 folgte die nächste Zäsur. Die Treuhand verkaufte den Betrieb an die Firma Bestwood, die vor allem die Spanplattenfabrik in Ribnitz-Damgarten betrieb. Doch ebenso wie an der Küste die „Fusselbude“ wurde auch das Werk in Schwerin geschlossen. Seitdem liegen die Flächen brach. Die einstigen Produktionshallen sind verfallen, an allen Ecken liegt Müll, Unkraut wuchert.

Die Stadtvertreter diskutieren derzeit, ob sich die Stadt ein Vorkaufsrecht für das Areal sichern soll. Dann könnte sie wirklich bestimmen, was dort geschieht. Doch selbst wenn ein solches Vorkaufsrecht beschlossen wird – ausüben wird es die Stadt wohl nicht können. Denn die ehemaligen Möbelwerke stehen zur Zwangsversteigerung, die hebelt das Vorkaufsrecht aus. Am 30. Oktober soll der Zuschlag erteilt werden. Kurios dabei: Das Mindestgebot liegt bei Null Euro. Aus gutem Grund. In der Beschreibung des Amtsgerichtes heißt es: „Die gesamte Bausubstanz ist baufällig, zudem von Vandalismus stark geschädigt und nicht mehr nutzbar. Besonderer Sanierungsaufwand aufgrund der bestehenden Altlasten.“

Ob die Stadt bei der Versteigerung mitbietet, ist noch nicht entschieden. Denn neben den Abrisskosten muss ein neuer Eigentümer auch Geld für die Altlastensanierung ausgegeben. Wie viel das insgesamt sein wird, ist noch gar nicht genau abzuschätzen, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Auf jeden Fall will die Stadt an ihrem Willen festhalten, auf dem mehr als drei Hektar großen Möbelwerke-Areal eine Wohnsiedlung und nichts anderes zuzulassen.

Und für den an der Wismarschen Straße leerstehenden ehemaligen Edeka-Markt wird ebenfalls eine neue Nutzung gesucht.

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