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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 09:28 Uhr

Studium in Schwerin : Mit Studenten auf Du und Du

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Klein aber fein: An Schwerins Fachhochschulen kümmern sich die Professoren noch persönlich um den wissenschaftlichen Nachwuchs

von
erstellt am 02.Okt.2014 | 19:15 Uhr

„Ich will nicht weg“, sagt Sebastian Koepke (33) aus Pinnow. „Ich bin froh, dass ich hier studieren kann.“ Er ist einer von 28 frisch immatrikulierten Studenten an der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) in den Studienrichtungen Hotel- und Tourismusmanagement und Wirtschaftsingenieurwesen. Ihr Studium beginnt am Montag. Die meisten kommen aus Mecklenburg und Umgebung wie Leonie Homann aus Gadebusch oder Annika Schlecht aus Boltenhagen. Ein Drittel der Studenten an der FHM stammt aus dem Ausland. In zwei Wochen starten außerdem 68 junge Menschen aus dem Ausland ins Studienkolleg. Dort lernen sie Deutsch und alle nötigen Grundlagen, um ein Studium zu beginnen.

„In der Provinz lernen und wieder in die Welt hinaus gehen“, fasst FHM-Geschäftsführer Professor Richard Merk zusammen. „Mehr als 90 Prozent der Fachhochschul-Absolventen verfügen gleich nach ihrem Abschluss über einen Job oder ein weiterführendes Studium.“

Ähnliche Studiengänge wie den berufsbegleitenden Wirtschaftsingenieur gebe es sonst nur weiter weg in Hamburg oder Berlin, erklärt Sebastian Koepke. Als technischer Mitarbeiter der Handwerkskammer ist der gelernte Kfz-Mechaniker auf die Akzeptanz seines Arbeitgebers angewiesen. Glücklicherweise kooperiert die Handwerkskammer gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) direkt mit der FHM. Mehr als 3500 Betriebe arbeiten mit der Fachhochschule zusammen, zum Beispiel die Helios-Kliniken in Schwerin oder Aida in Rostock, wie Rektorin Professor Anne Dreier berichtet. Das seien beste Karrierevoraussetzungen, um Erfahrungen zu sammeln und auch „um sich aus dem Hörsaal heraus selbstständig zu machen“. Das Flair an der privaten FHM ist wie an anderen Schweriner Hochschulen auch sehr familiär. Die Schweriner Professoren kennen ihre Studenten mit Namen, wissen über ihre Probleme Bescheid und fördern jeden Einzelnen gezielt. „Auch die regionalen Unternehmen sind interessiert an Studenten“, erklärt Rolf Paukstat, Präsident des hiesigen Unternehmerverbandes. Der Fachkräftemangel sei sehr gegenwärtig. „Wir würden jeden nach seinem Studium gern in der Region halten. Natürlich muss sich Schwerin noch mehr auf das Studentenleben einstellen.“

Nicht jeder ist so verwurzelt in der Region wie Sebastian Koepke aus Pinnow. „Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben“, so der Pinnower, der selbst Ausbilder ist.

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