Lübstorfer Baustelle : Mit neun Tonnen in die Tiefe

In einer Reihe stehen bereits einige Pfähle bei Kronshof.
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In einer Reihe stehen bereits einige Pfähle bei Kronshof.

Bahnbau bei Lübstorf: Rammarbeiten noch bis März

svz.de von
31. Januar 2018, 12:00 Uhr

Die Vibration ist unter den Schuhsohlen zu spüren. Während die 95 Tonnen schwere Ramme nur wenige Meter entfernt die massiven Pfähle mit einer Kraft von neun Tonnen im Boden versenkt, erklärt Thomas Dittmann: „Insgesamt 700 Pfähle werden wir in diesem Bereich in den Untergrund rammen. Knapp 200 haben wir bereits versenkt.“ Gemeinsam mit seiner Kollegin Dimka Slavcheva und Projektleiter Markus Zeckert ist der leitende Bauüberwacher in Kronshof bei Lübstorf vor Ort, um den Verlauf der Bauarbeiten im Blick zu haben. Auf einer Strecke von 420 Metern werden derzeit Pfähle im Boden versenkt, um einen standfesten Gleisbau im Gebiet der Moorstelle zu realisieren. Damit ist Kronshof Teil des 62-Millionen-Großprojekts der Deutschen Bahn „Streckenausbau zwischen Schwerin und Bad Kleinen“ (SVZ berichtete).

Seit Anfang Januar sind die Fachleute in der Nähe der Lübstorfer Friedensstraße am Werk. Die sieben Tonnen schweren Pfähle, die aus Dänemark stammen, werden zentimetergenau ins Erdreich befördert. Risiken beim Rammen? Der Pfahl kann brechen. Drei mal ist das bis jetzt passiert. Zwei Rammen sind im Einsatz. Jede versenkt zehn Pfähle pro Tag, pro Abschnitt. Damit soll die geräuschintensive Arbeit bis Ende Februar abgeschlossen sein. „Wir kontrollieren hier jeden Tag den Schallpegel. Wenn wir das vorgegebene Maß überschreiten, bekommen wir eine Nachricht auf unsere Handys“, so Projektleiter Marcus Zeckert. Als sie anfangs noch näher an den Wohnhäusern bei Kronshof gearbeitet haben, wurden Anwohner eine zeitweilige Ausquartierung angeboten, weil der vorgeschriebene Schallpegel für Anwohner in dieser Nähe überschritten war.

Von 7 bis 20 Uhr wird an sechs Tagen in der Woche gearbeitet, um die sogenannten Koppelpfähle in den Boden zu bekommen. Dabei wird zuerst ein Teil des Pfahls versenkt, der zweite aufgesetzt, mit Stahlstiften verkoppelt, und dann weiter in die Tiefe gerammt. Die Stützen sind an dieser Stelle notwendig, damit die Platten für den Gleisbau auf stabilem Untergrund liegen. „Die Alternative wäre eine bau-aufwendige Brücke an dieser Stelle gewesen“, so Bauüberwacher Dittmann. Bis April ist die Zugstrecke noch gesperrt, dann soll es Zugbetrieb auf einem Gleise geben.

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